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Kinder in Buhoma — die menschliche Seite des Artenschutzes
Foto: Mark Suer — Buhoma, Juni 2026. Die Gemeinschaft, die Artenschutz lebt.

Berggorillas, Elefanten und Pangoline: Bedrohte Arten in Uganda

Welche Tiere Uganda schützt — und warum das so schwer ist

Als wir im Juni 2026 in Buhoma Kinder aus der Waisenhausnachbarschaft beim Essen beobachteten, waren wir gleichzeitig nur wenige Kilometer entfernt von einem der wichtigsten Lebensräume bedrohter Arten weltweit. Uganda ist eines der artenreichsten Länder Afrikas — und gleichzeitig ein Land, in dem der Druck auf natürliche Lebensräume durch Bevölkerungswachstum, Landwirtschaft und Armut enorm ist.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten bedrohten Arten Ugandas — von Berggorillas über Elefanten bis zu Pangolinen — und erklärt, warum ihr Schutz nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Frage ist.

Bedrohte Arten Uganda — Überblick

  • Berggorilla: 1.063 weltweit (IUCN 2018), davon 459 in Bwindi — gefährdet
  • Grauergorilla: Rückgang von 18.000 (1998) auf 3.800 (2018) — kritisch gefährdet
  • Afrikanischer Elefant: ca. 5.000 in Uganda (UWA) — gefährdet
  • Pangolin: meistgewildertes Tier der Welt — verschiedene Arten, alle bedroht
  • Löwe: Uganda: ca. 500 Individuen — anfällig
  • Schimpanse: ca. 5.000 in Uganda — anfällig
  • Breitmaulnashorn: in Uganda ausgestorben (letzte Nachricht aus 1982)

Berggorilla: Der Hoffnungsschimmer

Die Berggorilla sind die Ausnahme unter den bedrohten Tierarten: Ihre Zahlen steigen. Von 620 im Jahr 1989 auf 1.063 im Jahr 2018 — ein Anstieg, der direkt auf intensive Schutzmaßnahmen zurückzuführen ist. IGCP, UWA, Dian Fossey Gorilla Fund und weitere Organisationen haben gemeinsam das Modell entwickelt, das heute als Referenz für Community-based Conservation gilt.

Gorilla frisst Blätter im Baumkronendach im Bwindi Wald
Foto: Mark Suer — Berggorilla im Bwindi, 21. Juni 2026. GPS: -0.9735°N, 29.6281°E

Entscheidend ist: Gorilla Trekking ist kein Kompromiss zwischen Tourismus und Schutz — es ist der Mechanismus, der Schutz finanziert. Ohne die Permit-Einnahmen könnten weder UWA noch die Schutzorganisationen die Ranger bezahlen, die rund um die Uhr Gorilla-Familien begleiten und vor Wilderern schützen.

Grauergorilla: Das Warnsignal

Während Berggorillas eine Erfolgsgeschichte erzählen, sind Grauergorillas ein Warnsignal. Diese Unterart des Östlichen Gorillas lebt hauptsächlich im Kahuzi-Biéga-Nationalpark in der DR Kongo. Ihr Bestand sank von 18.000 im Jahr 1998 auf nur noch 3.800 im Jahr 2018 — ein Rückgang von fast 80% in zwei Jahrzehnten. Ursachen: Konflikt in der Kivu-Region, Wilderei, Lebensraumzerstörung durch Bergbau.

Der Kontrast zu den Berggorillas zeigt, was möglich ist — wenn der politische Wille und die internationale Unterstützung vorhanden sind.

Elefant, Löwe, Leopard: Ugandas Großwild unter Druck

Uganda hat rund 5.000 Afrikanische Elefanten — verteilt auf Queen Elizabeth, Bwindi (kleinere Population), Murchison Falls und Kidepo Valley. Konflikte zwischen Elefanten und Bauern an Parkgrenzen sind ein dauerhaftes Problem: Elefanten fressen Ernte, Bauern vergiften Wasserstellen oder schießen. Community-based Conservation-Modelle versuchen, finanzielle Entschädigungen für Ernteschäden zu etablieren.

Löwen leben in Uganda hauptsächlich in Queen Elizabeth und Kidepo. Die Population von etwa 500 Tieren ist fragil — Inzucht, Lebensraumfragmentierung und Konflikte mit Viehzüchtern bedrohen sie. In Bwindi selbst gibt es keine Löwen — das Ökosystem ist zu dicht, zu steil, zu feucht.

Das Breitmaulnashorn gilt in Uganda als ausgestorben. Letzte Sichtungen stammen aus den frühen 1980ern — Wilderei und Bürgerkrieg haben die Population vernichtet. Ein Wiederansiedlungsprogramm im Ziwa Rhino Sanctuary gibt einem kleinen Bestand von Weißen Nashörnern eine Chance.

Pangolin: Das unsichtbarste aller Probleme

Pangoline sind die meistgewilderten Tiere der Welt — und die am wenigsten bekannten. Diese schuppentragenden Säugetiere werden für ihre Schuppen (in der traditionellen chinesischen Medizin begehrt) und ihr Fleisch gehandelt. In Uganda leben zwei Arten: der Afrikanische Riesenpangolin und der Afrikanische Weißbauchpangolin. Beide sind selten, nachtaktiv und kaum erforscht.

Pangoline in Bwindi zu sehen ist extrem unwahrscheinlich — aber sie sind da. Die Biodiversität des Waldes schließt diese stillen, unsichtbaren Schutzbedürftigen ein. Wer Gorilla Trekking bucht, schützt indirekt auch den Lebensraum des Pangolins.

Gemeinschaft in Buhoma — menschliches Rückgrat des Artenschutzes
Foto: Mark Suer — Buhoma, Juni 2026. Menschen schützen Tiere — wenn sie einen Grund dafür haben.

Häufige Fragen

Wie viele Berggorillas gibt es noch?

1.063 weltweit laut IUCN-Zählung 2018. Davon 459 im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda — rund 43% der gesamten Weltpopulation.

Warum erholen sich Berggorillas, während andere Arten weiter zurückgehen?

Wegen eines funktionierenden Schutzmodells: intensive Habituation, Ranger-Begleitung rund um die Uhr, Community Benefit Sharing und Tourismus als Finanzierungsmechanismus. Andere bedrohte Arten haben oft kein vergleichbares Modell.

Kann man in Uganda Elefanten und Gorillas in einem Urlaub sehen?

Ja. Bwindi für Gorillas, Queen Elizabeth National Park für Elefanten, Löwen und Wasserbüffel — beide können sinnvoll kombiniert werden (ca. 4–5 Tage insgesamt).

Was ist ein Pangolin?

Ein Schuppentier — ein Säugetier, das mit Hornschuppen bedeckt ist und sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammenrollt. Meistgewildertes Tier der Welt wegen der Nachfrage nach seinen Schuppen in Asien.

Kann ich als Reisender zum Artenschutz beitragen?

Ja. Gorilla-Permit kaufen (finanziert Ranger und Schutz), bei lokalen Operatoren buchen, keine Wildtierprodukte kaufen, Wilderei melden.