Berggorilla: Der Hoffnungsschimmer
Die Berggorilla sind die Ausnahme unter den bedrohten Tierarten: Ihre Zahlen steigen. Von 620 im Jahr 1989 auf 1.063 im Jahr 2018 — ein Anstieg, der direkt auf intensive Schutzmaßnahmen zurückzuführen ist. IGCP, UWA, Dian Fossey Gorilla Fund und weitere Organisationen haben gemeinsam das Modell entwickelt, das heute als Referenz für Community-based Conservation gilt.

Entscheidend ist: Gorilla Trekking ist kein Kompromiss zwischen Tourismus und Schutz — es ist der Mechanismus, der Schutz finanziert. Ohne die Permit-Einnahmen könnten weder UWA noch die Schutzorganisationen die Ranger bezahlen, die rund um die Uhr Gorilla-Familien begleiten und vor Wilderern schützen.
Grauergorilla: Das Warnsignal
Während Berggorillas eine Erfolgsgeschichte erzählen, sind Grauergorillas ein Warnsignal. Diese Unterart des Östlichen Gorillas lebt hauptsächlich im Kahuzi-Biéga-Nationalpark in der DR Kongo. Ihr Bestand sank von 18.000 im Jahr 1998 auf nur noch 3.800 im Jahr 2018 — ein Rückgang von fast 80% in zwei Jahrzehnten. Ursachen: Konflikt in der Kivu-Region, Wilderei, Lebensraumzerstörung durch Bergbau.
Der Kontrast zu den Berggorillas zeigt, was möglich ist — wenn der politische Wille und die internationale Unterstützung vorhanden sind.
Elefant, Löwe, Leopard: Ugandas Großwild unter Druck
Uganda hat rund 5.000 Afrikanische Elefanten — verteilt auf Queen Elizabeth, Bwindi (kleinere Population), Murchison Falls und Kidepo Valley. Konflikte zwischen Elefanten und Bauern an Parkgrenzen sind ein dauerhaftes Problem: Elefanten fressen Ernte, Bauern vergiften Wasserstellen oder schießen. Community-based Conservation-Modelle versuchen, finanzielle Entschädigungen für Ernteschäden zu etablieren.
Löwen leben in Uganda hauptsächlich in Queen Elizabeth und Kidepo. Die Population von etwa 500 Tieren ist fragil — Inzucht, Lebensraumfragmentierung und Konflikte mit Viehzüchtern bedrohen sie. In Bwindi selbst gibt es keine Löwen — das Ökosystem ist zu dicht, zu steil, zu feucht.
Das Breitmaulnashorn gilt in Uganda als ausgestorben. Letzte Sichtungen stammen aus den frühen 1980ern — Wilderei und Bürgerkrieg haben die Population vernichtet. Ein Wiederansiedlungsprogramm im Ziwa Rhino Sanctuary gibt einem kleinen Bestand von Weißen Nashörnern eine Chance.
Pangolin: Das unsichtbarste aller Probleme
Pangoline sind die meistgewilderten Tiere der Welt — und die am wenigsten bekannten. Diese schuppentragenden Säugetiere werden für ihre Schuppen (in der traditionellen chinesischen Medizin begehrt) und ihr Fleisch gehandelt. In Uganda leben zwei Arten: der Afrikanische Riesenpangolin und der Afrikanische Weißbauchpangolin. Beide sind selten, nachtaktiv und kaum erforscht.
Pangoline in Bwindi zu sehen ist extrem unwahrscheinlich — aber sie sind da. Die Biodiversität des Waldes schließt diese stillen, unsichtbaren Schutzbedürftigen ein. Wer Gorilla Trekking bucht, schützt indirekt auch den Lebensraum des Pangolins.
