Gorillas sind keine einheitliche Art — sie unterteilen sich in zwei Arten und vier Unterarten, die in unterschiedlichen Regionen Afrikas leben und sich in Aussehen, Lebensraum und Bestandszahlen erheblich unterscheiden. Der in Uganda und Bwindi heimische Berggorilla (Gorilla beringei beringei) ist die bedrohte Unterart, der der Gorilla-Tourismus gilt.
Die zwei Gorilla-Arten
Wissenschaftlich unterscheidet man seit Ende der 1990er Jahre zwei separate Gorilla-Arten: den Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla) und den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei). Beide leben in Zentralafrika, aber in voneinander getrennten Regionen ohne Kontakt zueinander.
| Art | Wissenschaftlicher Name | Region | Unterarten |
|---|---|---|---|
| Westlicher Gorilla | Gorilla gorilla | Westafrika, Zentralafrika | 2 |
| Östlicher Gorilla | Gorilla beringei | Ostafrika, Uganda, DRK, Ruanda | 2 |
Die vier Unterarten im Detail
1. Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla)
Die häufigste aller Gorilla-Unterarten — und der Gorilla, den die meisten Menschen aus Zoos kennen. Er lebt in den Tieflandregenwäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, des Kongobeckens und Gabuns. Trotz der relativ hohen Gesamtzahl gilt er als stark gefährdet.
2. Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli)
Die seltenste Gorilla-Unterart der Welt: Nur noch rund 250–300 Individuen leben an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun. Der Cross-River-Gorilla ist nicht habituiert und damit für Touristen nicht zugänglich — er ist das kritischste Schutzprojekt unter allen Gorilla-Unterarten.

Berggorilla (Gorilla beringei beringei) im Bwindi Impenetrable National Park — Mark Suer, Januar 2026
3. Berggorilla (Gorilla beringei beringei) — die Uganda-Unterart
Der Berggorilla ist die Unterart, die Uganda berühmt gemacht hat. Er lebt ausschließlich im Hochland zwischen 1.500 und 4.000 Metern — im Bwindi Impenetrable National Park und im Virunga-Massiv (Uganda, Ruanda, DR Kongo). Weltweit gibt es noch rund 1.000 Berggorillas, davon leben etwa 460 im Bwindi (Stand 2024, UWA).
Der Berggorilla unterscheidet sich von anderen Unterarten durch sein dichteres, dunkleres Fell — eine Anpassung an die kühlen Bergtemperaturen — und durch seinen kompakteren Körperbau. Im Gegensatz zu anderen Gorilla-Unterarten lebt er nicht in Zoos: Berggorillas überleben in Gefangenschaft nicht.
Während unserer Besuche in Bwindi zwischen Januar 2026 und Mai 2026 haben wir habituierte Familien im Buhoma-Sektor beobachtet. Der erste Blickkontakt mit einem Silverback ist ein Moment, den man nicht beschreiben kann — man versteht sofort, warum diese Tiere eine eigene Kategorie bilden.
4. Östlicher Flachlandgorilla / Grauergorilla (Gorilla beringei graueri)
Die größte aller Gorilla-Unterarten lebt im Tiefland der östlichen DR Kongo, hauptsächlich im Kahuzi-Biéga-Nationalpark. Sein Bestand hat sich dramatisch verringert: von rund 18.000 Exemplaren im Jahr 1998 auf nur noch etwa 3.800 im Jahr 2018 — ein Rückgang von fast 80 Prozent in zwei Jahrzehnten, verursacht durch Wilderei und Lebensraumverlust infolge des Konflikts in der Region.

Jungtier einer habituierten Gorilla-Familie im Bwindi Nationalpark — Nordsektor Buhoma
Warum ist der Berggorilla nicht ausgestorben?
Der Berggorilla ist die einzige Gorilla-Unterart, deren Bestand in den letzten Jahren gewachsen ist — ein seltener Erfolg im globalen Naturschutz. Die Gründe: strenge Schutzmaßnahmen der Uganda Wildlife Authority (UWA), intensive Ranger-Patrouillen, und ein Tourismus-Modell das lokale Communities wirtschaftlich am Schutz beteiligt.
Das Gorilla-Trekking-Permit (800 USD, Stand 2026) finanziert direkt den Parkschutz — ein Teil fließt über das UWA Revenue Sharing Program an lokale Gemeinden. Wer ein Permit kauft, zahlt aktiv für den Erhalt dieser Unterart.
Gorilla-Trekking: Welche Unterart erlebt man in Uganda?
In Uganda — sowohl im Bwindi Impenetrable National Park als auch im Mgahinga Gorilla National Park — trifft man ausschließlich auf Berggorillas (Gorilla beringei beringei). Das macht Uganda zu einem der weltweit wenigen Orte, wo diese Unterart in freier Wildbahn beobachtet werden kann.
[VOICE FEHLT — Perspektive eines lokalen Guides zum ersten Gorilla-Kontakt]
