Buhoma — der bekannteste Eingang zu Bwindi
Buhoma liegt auf 1.583 Metern im Nordwesten des Bwindi Impenetrable National Parks und ist der bekannteste und meistbesuchte Sektor. Hier begann die Geschichte des Gorilla-Tourismus in Uganda: Die Mubare-Familie war 1991 die erste habituierte Gorilla-Familie im gesamten Bwindi — und ist bis heute in Buhoma aktiv.
Das Dorf Buhoma selbst ist klein. Eine Handvoll Straßen, lokale Läden, Bodaboda-Fahrer, Kinder auf dem Schulweg. Wer sich die Zeit nimmt, durch das Dorf zu laufen, erlebt Uganda jenseits des Tourismus. Die Tankstelle, der Markt, die kleinen Kirchen — alles auf engem Raum, alles echt.
Gorilla-Familien in Buhoma
In Buhoma sind mehrere Familien für Besucher zugänglich. Die bekannteste ist die Mubare-Familie — benannt nach den Mubare-Hügeln, in denen sie lebt. Sie war die erste habituierte Familie in Bwindi und hat eine bewegte Geschichte: Verluste durch Krankheit, Veränderungen in der Gruppenstruktur, und dennoch bis heute aktiv.
Welche Familie man zugeteilt bekommt, entscheidet sich beim Briefing am Morgen des Trekkings. Rangers weisen jede Gruppe einer Familie zu — basierend auf Fitness, Vorab-Wunsch und aktuellem Aufenthaltsort der Tiere.
| Familie | Größe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mubare | ~11 Mitglieder | Erste habituierte Familie in Bwindi (1991), historisch bedeutend |
| Habinyanja | ~15 Mitglieder | Große Gruppe, mehrere Altersklassen gut beobachtbar |
| Rushegura | ~15 Mitglieder | Gut habituiert, zuverlässige Sichtungen |
Mitgliederzahlen ca. (Stand 2020, Quelle: Reiseführer Uganda 2020). Durch Geburten und Todesfälle variabel — aktuelle Zahlen bei UWA oder Misty Gorilla Expeditions erfragen.
Das Dorfleben in Buhoma
Buhoma ist kein reines Touristendorf. Das Leben der lokalen Bevölkerung läuft parallel zum Tourismus — Kaffeebauern, Kleinhandel, Schulkinder. Eine typische Szene: Bodaboda-Fahrer warten auf Fahrgäste an der kleinen Tankstelle. Der Sprit kommt in kleinen Mengen, kostet umgerechnet etwa 1,30 Euro pro Liter — viel für lokale Verhältnisse.
Wer Buhoma wirklich kennenlernen will, bucht den Buhoma Community Walk: ein geführter Spaziergang durch das Dorf und umliegende Farmen, bei dem die Einnahmen direkt an lokale Familien gehen. Neben dem Community Walk arbeitet die Organisation Hope on the Road in Buhoma mit konkreten Projekten — darunter die HopeKitchen (tägliche Mahlzeiten für Kinder) und der HopeClub (monatliche Unterstützung ab 5 Euro).
Batwa Cultural Experience in Buhoma
Direkt am Nationalpark-Hauptquartier in Buhoma bieten die Batwa — die indigenen Ureinwohner des Bwindi-Waldes — täglich eine kulturelle Erfahrung an. Der Trail findet meist morgens um 8 Uhr statt (Buchung und Rücksprache im Park HQ), kostet 80 US$ und gibt Einblick in die Verbindung der Batwa mit dem Wald.
Tanz- und Gesangsvorführungen sowie Informationen zu Heilpflanzen und -kräutern aus dem Bwindi-Regenwald sind Teil des Programms. Für die Batwa ist es eine der wenigen Gelegenheiten, ihre jahrhundertealte Verbindung zu diesem Wald sichtbar zu machen — obwohl sie 1991 bei der Parkgründung umgesiedelt wurden.
Anreise nach Buhoma
Die Anreise ist lang aber lohnenswert. Von Entebbe oder Kampala fährt man ca. 8–9 Stunden Richtung Südwesten — über Mbarara und Kabale. Die letzten Kilometer nach Buhoma führen über eine Schotterpiste: Ein 4x4-Fahrzeug ist keine Option, sondern Pflicht.
Schneller geht es per Inlandsflug nach Kihihi (ca. 1 Stunde ab Entebbe), von dort ca. 2 Stunden Fahrt nach Buhoma. Diese Option ist deutlich teurer, spart aber Zeit und Rückenschmerzen.
Aus erster Hand
„Der Eingang zum Bwindi Nationalpark in Buhoma ist unscheinbar. Mehrere bewaffnete Ranger, ein alter Pritschenwagen, ein paar Leute die einfach nur sitzen. Kein großes Spektakel. Und dann geht man rein in den Wald — und versteht sofort, warum dieser Ort besonders ist."
— Vor-Ort-Eindruck, Buhoma 2025
