Das 20%-Modell der Uganda Wildlife Authority
Seit Mitte der 1990er Jahre hat Uganda Wildlife Authority ein System eingeführt, das einen festen Prozentsatz der Parkeinnahmen an umliegende Gemeinden weiterleitet. Ursprünglich waren es 12%, später auf 20% erhöht. Diese Mittel fließen in lokale Parish Development Committees (PDCs) — Gremien auf Dorfebene, die über die Verwendung entscheiden sollen.
In der Praxis ist die Verteilung komplex. Die Gremien sind nicht immer repräsentativ besetzt — ärmere Haushalte, Frauen und marginalisierte Gruppen wie die Batwa sind oft unterrepräsentiert. Projekte wie Schulbau und Brunnenbau erreichen zwar die Gemeinschaft insgesamt, aber nicht unbedingt die verletzlichsten Familien.

Die Batwa: Bwindi ohne Heimat
Die Batwa — auch als "Pygmäen" bezeichnet, ein Begriff, den viele als abwertend empfinden — lebten jahrhundertelang im Bwindi-Wald. Als der Park 1991 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde, wurden sie ohne Entschädigung vertrieben. Sie durften den Wald nicht mehr betreten, nicht mehr jagen, nicht mehr sammeln.
Heute leben die meisten Batwa rund um Bwindi in extremer Armut auf kleinen Landparzellen oder als Tagelöhner. Community Benefit Sharing hat sie lange nicht erreicht — sie haben keine formellen Strukturen, keine Gemeindeorganisationen, die Zugang zu PBS-Fonds hätten.
Organisationen wie IGCP (International Gorilla Conservation Programme) und lokale NGOs arbeiten gezielt mit Batwa-Communities, um ihre Partizipation in Tourismusmechanismen zu stärken. Der Community Walk in Buhoma beinhaltet oft einen Batwa-Abschnitt — ein Versuch, ihre Kultur sichtbar zu machen und direkte Einnahmen zu schaffen.
Direkte Hilfe neben dem System: Hope on the Road in Buhoma
Neben den formellen CBS-Strukturen gibt es in Buhoma Organisationen, die direkt und unkompliziert helfen. Hope on the Road betreibt in Buhoma ein Waisenhaus, eine HopeKitchen (tägliche Mahlzeiten für bedürftige Kinder), ein Nähprojekt für Frauen, Wasserfilter-Verteilung und ein Schulunterstützungsprogramm.

Diese Arbeit ist nicht Community Benefit Sharing im formellen Sinne — aber sie füllt Lücken, die das System lässt. Das Waisenhaus gibt Kindern ein Zuhause. Die HopeKitchen gibt ihnen täglich eine warme Mahlzeit. Das Nähprojekt gibt Frauen wirtschaftliche Eigenständigkeit. Jedes dieser Projekte kostet Geld und setzt voraus, dass Reisende und Spender die Region als lebenswert und unterstützenswert wahrnehmen.
[ZITAT: Einheimischer Projektbeteiligter über die Wirkung direkter Hilfe] — ein solches Zitat, das wir beim nächsten Besuch einholen werden, würde diesen Abschnitt einzigartig machen.
Was Community Benefit Sharing wirklich braucht
Die Forschung zu CBS in Uganda und anderen ostafrikanischen Ländern zeigt: Geld allein reicht nicht. Entscheidend sind transparente Governance, Inklusionsmechanismen für marginalisierte Gruppen, und langfristige Investitionen in Bildung und wirtschaftliche Diversifizierung. Ein Brunnen löst das Wasserproblem — aber er löst nicht die Abhängigkeit von einem einzigen Einkommensstrom.
Reisende können durch bewusste Entscheidungen beitragen: direkt bei lokalen Operatoren buchen, lokale Führer engagieren, beim Community Walk mitgehen, im lokalen Restaurant essen. Jeder dieser Schritte hält Geld in der Region — nicht in internationalen Reiseketten.