Warum es Regeln gibt — und warum sie funktionieren
Die Regeln beim Gorilla Trekking existieren aus zwei Gründen: Schutz der Gorillas und Sicherheit der Besucher. Berggorillas können menschliche Krankheitserreger übertragen bekommen — selbst eine Erkältung kann für eine habituierte Gorilla-Familie gefährlich werden. Und Gorillas sind Wildtiere mit eigenen Verhaltensweisen, die man verstehen muss.
Bei unserem Gorilla Trekking im Januar 2026 im Bwindi Impenetrable National Park — GPS-Koordinaten unseres Rangers: -0.9762, 29.6282 — hat sich gezeigt wie gut dieses System funktioniert. Die Gorillas waren entspannt, nah und völlig ungestört von der Gruppe.

Die 10 wichtigsten Regeln beim Gorilla Trekking
- 7 Meter Mindestabstand halten. Dies ist die offizielle Vorgabe der Uganda Wildlife Authority. Der Ranger gibt an wo du stehen sollst — halte dich daran.
- Nicht kommen wenn du krank bist. Erkältung, Husten, Fieber — kein Trekking. Berggorillas sind für menschliche Viren empfänglich. Im Zweifel die UWA-Mitarbeiter am Gate kontaktieren.
- Kein Blitzlicht. Kameras und Smartphones auf Blitz-aus stellen, bevor die Gruppe die Gorillas sieht. Blitzlicht stresst die Tiere und kann zu Aggression führen.
- Ruhige, gedämpfte Stimme. Laute Gespräche, Rufen oder Lachen vermeiden. Gorillas sind geräuschempfindlich. Leises Flüstern ist erlaubt.
- Keinen Blickkontakt suchen. Direkter Augenkontakt gilt bei Gorillas als Drohgebärde. Augen leicht senken, besonders wenn ein Silverback in der Nähe ist.
- Nicht wegrennen wenn ein Gorilla näher kommt. Ruhe bewahren, Blick senken, leise zurückweichen. Der Ranger gibt in solchen Momenten sofort Anweisung.
- Keine Gegenstände hinterlassen oder mitbringen. Kein Müll, kein Essen, keine Getränke die Gorillas anlocken könnten. Was reinkommt, kommt auch wieder raus.
- Mindestalter 15 Jahre. Kinder unter 15 dürfen nicht am Gorilla Trekking teilnehmen — zum Schutz der Gorillas vor Kinderkrankheiten (Masern, Mumps, Windpocken), gegen die sie nicht immun sind.
- Maximal 8 Personen pro Gruppe. Pro Gorilla-Familie werden täglich maximal 8 Gäste zugelassen. Das schützt die Tiere und garantiert ein intensives Erlebnis ohne Massenandrang.
- Genau 1 Stunde bleiben. Die Stunde wird vom Guide gestoppt. Kein Verhandeln, kein "nur noch fünf Minuten". Die Zeitbegrenzung schützt die Gorillas vor Stress durch zu langen Menschenkontakt.
Wie Ranger die Regeln durchsetzen

Jede Gruppe wird von mindestens zwei Rangern begleitet — beide bewaffnet. Das wirkt beim ersten Anblick ungewohnt. Bei unserem Trekking im Januar 2026 waren die Ranger aber eine echte Bereicherung: Sie bahnten mit der Machete den Weg durch das dichte Unterholz, halfen beim schwierigen Aufstieg und kannten das Verhalten der Gorilla-Familie genau.
Die Waffen sind kein Zeichen von Gefahr — sie sind Überbleibsel aus einer Zeit in der Wilderei eine größere Bedrohung war. Heute sind die Ranger vor allem Waldführer, Biologen und erste Ansprechpartner für die Gruppe.
Was du beim Briefing am Gate lernst
Jedes Gorilla-Trekking beginnt mit einem Briefing am Park-Eingang — meist 30 Minuten vor dem Start. Dort werden alle Regeln nochmal erklärt, die Gruppe der zugewiesenen Familie und dem Guide vorgestellt, und Fragen beantwortet. Wer noch nie bei Gorillas war, bekommt hier konkrete Ansagen: Wo stehen, was tun wenn ein Gorilla näher kommt, wie verhalten bei Regen.
Dieses Briefing ist obligatorisch und sehr wertvoll — nicht überspringen oder zu spät kommen.
Was passiert wenn jemand krank wird?
Wer am Morgen des Treckings Erkältungssymptome hat, sollte ehrlich sein und dem Guide oder den UWA-Mitarbeitern am Gate Bescheid geben. In vielen Fällen ist eine Umbuchung auf einen anderen Tag oder eine Rückerstattung anteilig möglich. Die UWA hat für diese Situation klare Prozesse. Schweigen und trotzdem mitgehen ist keine Option — es gefährdet echte Tiere.
