Batwa-Gemeinschaften Kashasha und Kacereere: Leben im Südsektor Bwindi
Kultur & Gemeinschaft
Im südlichen Sektor des Bwindi Impenetrable National Park, abseits der bekannteren Trekking-Zentren Buhoma und Nkuringo, leben zwei Batwa-Gemeinschaften, die selten im Mittelpunkt des Reiseinteresses stehen: Kashasha und Kacereere. Wer sich mit dem Thema Batwa, indigenen Rechten und dem Verhältnis zwischen Naturschutz und Gemeinschaft ernsthaft auseinandersetzt, kommt an diesen beiden Orten nicht vorbei. Während meiner mehrwöchigen Aufenthalte vor Ort — unter anderem im Oktober 2024, Januar 2026 und Mai 2026 — wurde deutlich, wie vielschichtig die Situation der Batwa im Südsektor ist und warum dieser Teil der Bwindi-Geschichte noch viel zu selten erzählt wird.
Auf einen Blick
- Lage: Südsektor des Bwindi Impenetrable National Park, Kanungu District, Uganda
- Gemeinschaften: Kashasha und Kacereere — zwei Batwa-Siedlungen am Rand des Parks
- Ursprung: Batwa-Familien wurden in den frühen 1990er Jahren aus dem Wald umgesiedelt
- Konsultationen 2025: 3 Treffen im Südsektor, insgesamt 167 Batwa-Personen beteiligt (VMGP-Revision Juli 2025)
- Projekt: IFPA-CD (Integrated Forest and Protected Area Conservation for Development), koordiniert von MWE, UWA und NFA
- CRM-Zugang: Batwa können unter bestimmten Bedingungen über Community-Resource-Management-Vereinbarungen Waldprodukte entnehmen
- Gorilla-Trekking: Permit 800 USD, buchbar über die Uganda Wildlife Authority
- Nächste Hauptorte: Rushaga und Nkuringo im Südsektor
Wer sind die Batwa — und warum leben sie heute am Waldrand?
Die Batwa sind die Ureinwohner des zentralafrikanischen Hochlandregenwaldes. Im Gebiet des heutigen Bwindi Impenetrable National Park lebten sie über Jahrhunderte als Jäger und Sammler — ohne feste Siedlungsstrukturen, dafür mit einem tiefen, generationenübergreifenden Wissen über den Wald, seine Pflanzen, seine Tiere und seine spirituelle Bedeutung. Ihre Identität war vollständig an den Lebensraum Wald geknüpft: Nahrung, Medizin, soziale Rituale, spirituelle Praxis — alles fand im Wald statt.
Mit der Gründung des Bwindi Impenetrable National Park im Jahr 1991 und seiner Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe begann ein Prozess, der für die Batwa eine tiefe Zäsur bedeutete. In den frühen 1990er Jahren verloren sie jeglichen legalen Zugang zum Wald — ohne staatlichen Umsiedlungsplan, ohne Entschädigung, ohne Ersatzland. Sie siedelten sich am Rand des Parks an: in Gegenden wie Kashasha und Kacereere im Südsektor, in Kisoro und in anderen Teilen von Kanungu District. Aber sie taten dies ohne Landtitel, ohne formale Bildung und ohne die wirtschaftlichen Mittel, die ein neues Leben in einer sesshaften Gesellschaft erforderte.
Was folgte, war eine Jahrzehnte lange Marginalisierung. Die Batwa galten nicht nur als kulturell fremd in der bäuerlichen Gesellschaft ihrer Nachbarn — der Bakiga, der Bafumbira und anderer Gruppen — sie hatten auch keinen rechtlichen Anspruch auf das Land, das sie bewohnten. Die Folgen sind bis heute spürbar: überdurchschnittliche Armut, eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, und eine gesellschaftliche Stigmatisierung, die tief in historischen Vorurteilen verwurzelt ist.
Gleichzeitig trägt der Bwindi-Wald, aus dem die Batwa vertrieben wurden, heute Berggorillas — und damit ein internationales Naturschutzinteresse, das jährlich Millionen von Dollar in die Region bringt. Die Frage der gerechten Verteilung dieser Einnahmen berührt die Batwa unmittelbar: Profitieren sie vom Tourismus? Und wenn ja, in welchem Maße?
In Kashasha und Kacereere, zwei Batwa-Siedlungen im Südsektor, nehmen diese Fragen sehr konkrete, alltägliche Formen an. Es geht um das Recht auf Waldprodukte, um Beteiligung an Tourismuseinnahmen, um Schulplätze für Kinder und um die Anerkennung als politische Gesprächspartner auf Augenhöhe.
Das IFPA-CD-Projekt und die Batwa im Südsektor
Das IFPA-CD-Projekt — ausgeschrieben: Integrated Forest and Protected Area Conservation for Development — ist ein umfassendes Naturschutz- und Gemeinschaftsentwicklungsprojekt, das vom ugandischen Ministerium für Wasser und Umwelt (MWE) zusammen mit der Uganda Wildlife Authority (UWA) und der National Forestry Authority (NFA) koordiniert wird. Es wird unter anderem von der Weltbank finanziert und zielt darauf ab, Waldschutz und menschliche Entwicklung im Bwindi-Ökosystem miteinander zu verbinden.
Ein zentrales Element des Projekts ist der Umgang mit den Batwa-Gemeinschaften rund um den Bwindi Impenetrable National Park. Weil es sich bei den Batwa um eine indigene Bevölkerungsgruppe handelt, die historisch durch die Schaffung des Parks verdrängt wurde, gelten für ihre Einbeziehung besondere Schutzstandards — konkret: das Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) der Weltbank. Dieser Plan schreibt vor, dass die Batwa-Gemeinschaften aktiv konsultiert werden müssen und ihre Einwände und Vorschläge verbindlich in die Projektplanung einfließen.
In der Praxis bedeutete das: Im Juli 2025 führte ein Team aus MWE, UWA und NFA eine dritte Konsultationsrunde durch — diesmal mit dem Ziel, den ursprünglichen VMGP zu überarbeiten. Der Hintergrund: Mehrere Batwa-Organisationen hatten Beschwerde eingelegt. Sie monierten, dass ihre Vorschläge im ursprünglichen Plan nicht vollständig abgebildet waren und dass sie bestimmte versprochene Projektergebnisse nicht erhielten. Drei Batwa-Zivilgesellschaftsorganisationen (CSOs) traten als Beschwerdeführer auf — und wurden ernst genommen.
Im Südsektor fanden drei gesonderte Treffen mit den Batwa statt. Insgesamt 167 Batwa-Personen nahmen an diesen Konsultationen teil — eine Zahl, die sowohl die Reichweite als auch die organisatorische Herausforderung dieser Beteiligungsprozesse verdeutlicht. Allein am 12. Juli 2025 versammelten sich 22 Vertreter der Buniga Forest Trail/Sanuriro-Gemeinschaft, darunter 13 Frauen, um ihre Anliegen vorzubringen. Zwei der dort geäußerten Forderungen sind besonders bezeichnend: das Interesse, an touristischen Unterkunftsprojekten beteiligt zu werden, und der Wunsch nach konkreten Einnahmen aus dem Tourismus, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft stattfindet.
Wichtig zu verstehen ist dabei: Das IFPA-CD-Projekt hat die Grenzen des Parks nicht verschoben und keine physischen Grenzmarkierungen vorgenommen. Die Batwa wurden aus dem Wald bereits lange vor Projektbeginn umgesiedelt — in den frühen 1990er Jahren. Das Projekt hat auch den Zugang für die Batwa nicht restriktiver gestaltet als er zuvor war. Es hat im Gegenteil versucht, ihre Beteiligung an Community-Resource-Management-Vereinbarungen (CRM) zu stärken.
Solche CRM-Vereinbarungen ermöglichen es Batwa-Familien und anderen parknahen Gemeinschaften, unter geregelten Bedingungen Nicht-Holz-Waldprodukte aus dem Bwindi-Wald zu entnehmen — zum Beispiel Heilpflanzen, Honig oder bestimmte Fasern. Laut dem Uganda State of Wildlife Resources Report 2026 wurden im Bwindi Impenetrable National Park zwischen 2020 und 2025 jährlich zwischen 20 und 60 Vorfälle im Zusammenhang mit nicht-genehmigter Entnahme von Waldprodukten dokumentiert. Diese Zahlen zeigen, dass der Druck auf den Wald real ist — und dass geregelte Zugangswege wie CRMs nicht nur für die Batwa, sondern für die gesamte Parkrand-Bevölkerung relevant sind.
Kashasha und Kacereere: Alltag zwischen Park und Gesellschaft
Die Batwa-Siedlungen Kashasha und Kacereere liegen im Südsektor des Bwindi Impenetrable National Park, in einer Landschaft, die von steilen Hügeln, Teefeldern und kleinen Farmflächen geprägt ist. Von dort aus ist es nicht weit bis zu den Gorilla-Trekking-Ausgangspunkten rund um Rushaga — einem der aktivsten Sektoren des Parks, mit mehreren habituierten Gorilla-Familien und einer wachsenden Infrastruktur aus Lodges und Gästehäusern.
Und doch: Die Welt des Gorilla-Tourismus und die Welt der Batwa-Gemeinschaften berühren sich bislang kaum. Das ist keine geografische Frage — es ist eine strukturelle. Die Batwa haben keine anerkannte Eigentumsstruktur, die es ihnen ermöglichen würde, sich als Unterkunftsanbieter, Reiseleiter oder Kulturprogramm-Organisatoren in den Tourismusmarkt einzubringen. Ohne Land, ohne Kapital und ohne formale Bildung bleibt die Teilhabe am Wohlstand, den der Tourismus in die Region bringt, begrenzt.
[ZITAT: Batwa-Gemeinschaftsvertreter über den Wunsch nach direkterer Beteiligung am Tourismus]
Was Besucher der Region heute erleben können, ist in erster Linie der Batwa Forest Experience Trail — allerdings auf der Nordwestseite des Parks, im Sektor Nkuringo. Im Südsektor, in der direkten Umgebung von Kashasha und Kacereere, gibt es bislang keine vergleichbar strukturierten touristischen Angebote. Die Konsultationen des Jahres 2025 zeigen jedoch, dass genau das von den Batwa gewünscht wird: Zugang zu Tourismusgewinnen, Beteiligung an Unterkunftsprojekten, und eine formale Anerkennung als Akteure — nicht als passive Empfänger von Hilfsleistungen.
Die wirtschaftliche Situation in den Gemeinschaften ist nach wie vor geprägt von struktureller Benachteiligung. Viele Batwa-Familien sind auf Subsistenzlandwirtschaft auf gepachtetem Land angewiesen. Die Abhängigkeit von Landlords — häufig Angehörigen der Bakiga — schränkt ihre Entscheidungsfreiheit ein. Kinderarmut ist ein dokumentiertes Problem: Der ugandische Multidimensional Child Poverty Report 2024 weist auf erhebliche Benachteiligungen bei Batwa-Kindern hin, insbesondere in den Bereichen Bildung, Ernährung und Zugang zu Gesundheitsdiensten.
Gleichzeitig zeigen die Konsultationen, dass die Batwa in Kashasha und Kacereere politisch aktiv sind. Sie organisieren sich über Zivilgesellschaftsorganisationen, dokumentieren ihre Beschwerden und bringen ihre Forderungen in staatlich organisierte Planungsprozesse ein. Das ist kein Selbstverständnis — es ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit von Entwicklungsorganisationen, die den Batwa dabei geholfen haben, eine eigene Stimme in formalen Prozessen zu entwickeln.
Naturschutz und indigene Rechte: Ein ungelöstes Spannungsfeld
Der Bwindi Impenetrable National Park ist eines der bedeutendsten Schutzgebiete Afrikas. Er ist Lebensraum für fast die Hälfte der weltweiten Population an Berggorillas. Im Jahr 2025 wurde im Park eine neue Gorilla-Zählung abgeschlossen — die Auswertung der Daten läuft noch, laut dem State of Wildlife Resources Report 2026. Die ökologische Bedeutung dieses Waldes ist unbestritten. Genauso unbestritten ist aber auch, dass der Schutz dieses Waldes mit einer tiefen menschlichen Ungerechtigkeit erkauft wurde: der Vertreibung der Batwa.
Internationale Naturschutzstandards haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Die Weltbank, die viele Naturschutzprojekte in Uganda mitfinanziert, verlangt heute die freiwillige, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent, FPIC) von indigenen Bevölkerungsgruppen vor dem Start von Projekten, die ihren Lebensraum berühren. Diese Standards wurden im Fall des IFPA-CD-Projekts angewandt — und führten zu den Konsultationsprozessen von 2025.
Ein wesentlicher Streitpunkt in diesen Prozessen war die Frage, welchen Zugang die Batwa zum Wald haben. Offiziell haben sie seit der Parkerrichtung keinen rechtlichen Zugang mehr. In der Praxis wurden über CRM-Vereinbarungen Ausnahmen geregelt. Das Projekt hat diese Zugangsbedingungen nicht verschlechtert — es hat sie im Gegenteil zu stärken versucht. Aber viele Batwa-Vertreter sehen in CRM-Vereinbarungen keine ausreichende Anerkennung ihrer historischen Verbindung zum Wald. Für sie ist der Wald kein Ressourcendepot, das unter Auflagen genutzt werden darf — er ist ihre kulturelle Heimat.
Diese Spannung ist nicht leicht aufzulösen. Bwindi und das benachbarte Schutzgebiet Echuya gelten laut dem State of Wildlife Resources Report 2026 als Hochburg für mindestens eine gefährdete Katzenart, die auf der Uganda Red List steht. Das sind Arten, deren Überleben direkt an den Schutz des ungestörten Waldes geknüpft ist. Gleichzeitig ist der Schutz ohne die Unterstützung der parknahen Gemeinschaften langfristig nicht haltbar — und diese Unterstützung hängt wesentlich davon ab, ob die Menschen eine echte Perspektive erhalten.
Der Bwindi-Park verfolgt deshalb eine Strategie der Gemeinschaftsbeteiligung, die im internationalen Vergleich als vorbildlich gilt. Das Community Revenue Sharing-Programm überweist einen Teil der Parkeinnahmen direkt an die umliegenden Gemeinden. Infrastrukturprojekte, Schulen und Gesundheitsstationen wurden mitfinanziert. Aber die Batwa — obwohl historisch am direktesten betroffen — haben an diesen Programmen lange nur am Rand partizipiert.
Das Batwa Development Programme (BDP), das seit 1991 in Kanungu und Kisoro aktiv ist, hat hier in Teilen Abhilfe geschaffen: Land wurde erworben, Häuser gebaut, 465 Batwa-Kinder erhielten Stipendien für Schulen von der Vorschulstufe bis zur tertiären Bildung (Stand: Konsultation Juli 2025). Auch im Semuliki-Nationalpark, einem weiteren Lebensraum der Batwa im Albertine Rift, laufen ähnliche Programme. Aber der Bedarf ist groß, und die Lücken zwischen dem, was versprochen wurde, und dem, was tatsächlich ankommt, sind ein Dauerthema in den Konsultationen.
Was Reisende wissen und tun können
Wenn Sie den Südsektor des Bwindi Impenetrable National Park besuchen — sei es für Gorilla-Trekking aus Rushaga oder für die ruhigere Atmosphäre rund um Nkuringo — begegnen Sie einer Region, in der die Batwa-Geschichte sehr präsent ist. Das ist kein abstraktes historisches Thema, sondern lebendige Realität: Batwa-Familien leben in unmittelbarer Nähe der Trekking-Wege, manche arbeiten als Träger oder in untergeordneten Rollen im Tourismus, andere haben durch Entwicklungsprojekte ein kleines Stück Boden erhalten.
Reisende, die mehr als nur das Gorilla-Trekking erleben wollen, haben verschiedene Möglichkeiten. Der Community Walk rund um Buhoma bietet einen Einblick in das Leben am Waldrand — und besucht auch Projekte, die Batwa-Gemeinschaften einbeziehen. In Nkuringo gibt es den Batwa Forest Experience Trail, der von Batwa-Guides geleitet wird und einen direkten Einblick in traditionelles Waldwissen ermöglicht.
Für Reisende, denen nachhaltiger Tourismus wichtig ist, lohnt es sich, bei der Wahl der Lodge zu fragen: Wie ist das Haus mit den Batwa-Gemeinschaften verbunden? Werden Batwa-Guides beschäftigt? Fließt ein Teil der Einnahmen in Batwa-Projekte? Diese Fragen sind nicht übergriffig — sie sind Teil eines informierten Reisens, das über das bloße Abhaken von Wildtiererlebnissen hinausgeht. Mehr dazu im Artikel über nachhaltiges Reisen in Bwindi.
Die Gorilla-Trekking-Permits — derzeit 800 USD pro Person — sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für den Schutz des Bwindi-Waldes. Über das Revenue Sharing-Programm fließen Teile dieser Einnahmen in die parknahen Gemeinden. Die genaue Verteilung und die Frage, wie viel bei den Batwa ankommt, ist ein Thema, das Forscher und Aktivisten weiterhin beschäftigt. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, findet auf unserer Seite über das Gorilla-Trekking und seine Kosten einen guten Ausgangspunkt.
Bezüglich Botanik und Biodiversität sei noch ein Detail erwähnt, das den Bwindi-Wald und seine Schutzwürdigkeit unterstreicht: Die Art Rotheca violacea subsp. kigeziensis gilt laut dem State of Wildlife Resources Report 2026 als weltweit vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) und kommt endemisch im Kibale Forest und auf dem Mulole Hill nahe Bwindi vor. Solche Befunde zeigen, dass der Wald nicht nur wegen der Gorillas unersetzbar ist — seine gesamte Biodiversität macht ihn zu einem der artenreichsten und schutzbedürftigsten Ökosysteme Ostafrikas.
Die Batwa wussten das schon lange, bevor Wissenschaftler es in Berichte schrieben. Kashasha und Kacereere sind nicht nur Namen auf einer Karte — sie stehen für eine Gemeinschaft, die ihren Wald kennt wie keine andere und deren Stimme im Gespräch über seine Zukunft gehört werden sollte.
Häufige Fragen
Wo genau liegen Kashasha und Kacereere?
Kashasha und Kacereere sind Batwa-Siedlungen im Südsektor des Bwindi Impenetrable National Park, im Kanungu District in Uganda. Sie liegen in der Nähe der Gorilla-Trekking-Ausgangspunkte rund um Rushaga und Nkuringo, sind aber als eigenständige Gemeinden weniger bekannt als diese Trekking-Zentren.
Warum leben die Batwa heute am Rand des Parks und nicht mehr im Wald?
Mit der Ausweisung des Bwindi Impenetrable National Park im Jahr 1991 verloren die Batwa ihren rechtlichen Zugang zum Wald. In den frühen 1990er Jahren wurden sie aus dem Schutzgebiet umgesiedelt — ohne Umsiedlungsplan, ohne Entschädigung und ohne Ersatzland. Sie siedelten sich am Parkrand an, wo viele bis heute ohne Grundbucheintrag auf gepachtetem Land leben.
Was ist das IFPA-CD-Projekt und welche Rolle spielen die Batwa darin?
Das IFPA-CD-Projekt (Integrated Forest and Protected Area Conservation for Development) ist ein staatlich koordiniertes Naturschutz- und Entwicklungsprojekt, das von der Weltbank mitfinanziert wird. Es verpflichtet sich zu aktivem Einbezug der Batwa als marginalisierte indigene Gruppe. Im Juli 2025 fand eine dritte Konsultationsrunde statt, an der 167 Batwa-Personen in drei Sitzungen im Südsektor teilnahmen, um den Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) zu überarbeiten.
Können Reisende die Batwa-Gemeinschaften im Südsektor besuchen?
Strukturierte touristische Angebote speziell für Kashasha und Kacereere gibt es derzeit noch nicht. Die Batwa-Gemeinschaften haben in den Konsultationen von 2025 ausdrücklich Interesse an Beteiligung an touristischen Projekten bekundet. In der Zwischenzeit bietet der Batwa Forest Experience Trail bei Nkuringo eine offizielle Möglichkeit, mit Batwa-Guides in Kontakt zu kommen.
Fließt ein Teil der Gorilla-Trekking-Einnahmen an die Batwa?
Die Uganda Wildlife Authority führt ein Community Revenue Sharing-Programm, das einen Teil der Parkeinnahmen an die parknahen Gemeinden überweist. Die genaue Verteilung und der Anteil, der tatsächlich bei den Batwa-Gemeinschaften ankommt, ist ein Thema, das in den Konsultationsprozessen immer wieder diskutiert wird. Die Batwa-Organisationen haben konkret gefordert, stärker an Tourismusprojekten beteiligt zu werden.