Im Bwindi Impenetrable National Park regeln formale Vereinbarungen den Zugang der Batwa zu bestimmten Waldressourcen – wie weit diese Regelungen zu echter Mitsprache in Entscheidungen über das Parkmanagement führen, ist auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen nicht abschließend zu beurteilen.
Zahlen im Überblick
- 45 — So viele Batwa sind laut den vorliegenden Angaben zum Collaborative Resource Management (CRM) über aktive Vereinbarungen registriert, die einen geregelten Zugang zu Nicht-Holz-Waldressourcen im Park regeln.
- 8 — Anzahl der aktiven CRM-Vereinbarungen, über die dieser Zugang organisiert ist.
- 2014-2023 — Laufzeit des General Management Plan (GMP), der die Einbindung marginalisierter Gemeinden – darunter die Batwa – in Parkprogramme sowie eine gerechtere Einnahmeverteilung als Planziel formuliert.
- 2017 — Im GMP genanntes Zieljahr für eine gerechtere Verteilung von Einnahmen aus dem Park; eine öffentlich zugängliche Evaluation, ob dieses Ziel erreicht wurde, liegt nicht vor.
- 3 — Zahl der im Zusammenhang mit Batwa-Interessen bekannten Organisationen (BDP, BMCT, ABEG), deren genaue Rolle im formalen Parkmanagement auf Basis der vorliegenden Informationen offen bleibt.
Was regelt das CRM-System für die Batwa?
Kurzantwort: Das Collaborative Resource Management (CRM) erlaubt 45 Batwa über 8 aktive Vereinbarungen einen geregelten Zugang zu bestimmten Nicht-Holz-Waldressourcen im Bwindi Impenetrable National Park.
Das CRM-System ist ein Instrument, mit dem die Parkverwaltung den Zugang lokaler Gemeinschaften zu bestimmten Ressourcen im Wald steuert – etwa zum Sammeln von Pflanzen, die nicht aus Holz bestehen. Für die Batwa, die traditionell im Wald lebten und ihn nach der Ausweisung als Nationalpark verlassen mussten, sind darüber 45 Personen in 8 aktiven Vereinbarungen erfasst.
Diese Vereinbarungen regeln den Zugang zu Ressourcen. Sie sind kein Gremium, in dem über die Ausrichtung des Parkmanagements insgesamt entschieden wird. Ob und in welchem Umfang die im CRM organisierten Personen darüber hinaus an Entscheidungen beteiligt sind, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Was plant der General Management Plan (GMP) 2014–2023 für die Batwa?
Kurzantwort: Der GMP 2014–2023 formuliert als Ziel, marginalisierte Gemeinden einschließlich der Batwa stärker in Parkprogramme einzubinden und Einnahmen aus dem Park gerechter zu verteilen – mit einem Zieljahr 2017 für Letzteres.
Der General Management Plan (GMP) ist das zentrale Steuerungsdokument für den Bwindi Impenetrable National Park im Zeitraum 2014 bis 2023. Er nennt als Planziel, marginalisierte Gemeinden – darunter die Batwa – stärker in Programme des Parks einzubeziehen. Zusätzlich sieht der Plan vor, die Verteilung von Einnahmen aus dem Park gerechter zu gestalten, mit 2017 als genanntem Zieljahr.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Planung und tatsächlicher Umsetzung: Ein Managementplan beschreibt Absichten und Ziele für einen Planungszeitraum. Er belegt nicht automatisch, dass diese Ziele erreicht wurden. Eine öffentlich zugängliche Evaluation, die zeigt, ob die für 2017 geplante gerechtere Einnahmeverteilung tatsächlich umgesetzt wurde, liegt nicht vor. Diese Lücke betrifft auch die Frage, wie sich die Situation nach Ablauf des Plans 2023 und in den Jahren danach entwickelt hat.
Welche Organisationen vertreten Batwa-Interessen rund um den Park?
Kurzantwort: Mit BDP, BMCT und ABEG gibt es Organisationen, die sich für Batwa-Interessen einsetzen; ihre konkrete Rolle innerhalb des formalen Parkmanagements ist auf Basis der vorliegenden Informationen nicht geklärt.
Im Umfeld des Bwindi Impenetrable National Park sind mehrere Organisationen bekannt, die sich für die Interessen der Batwa einsetzen:
- BDP (Batwa Development Program)
- BMCT (Bwindi Mgahinga Conservation Trust)
- ABEG (Alliance of Batwa Empowerment Groups)
Diese Organisationen werden im Zusammenhang mit Batwa-Interessenvertretung genannt. Sie sind Interessenvertretungen von und für die Batwa. Ob und wie sie formal in Entscheidungsstrukturen des Parkmanagements eingebunden sind – etwa mit Sitz und Stimme in einem Gremium, das über Nutzung, Programme oder Einnahmenverteilung entscheidet – lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht beantworten. Diese Frage bleibt an dieser Stelle bewusst offen, statt eine Governance-Funktion zu unterstellen, die nicht belegt ist.
Wo liegen die Grenzen der aktuellen Mitsprache?
Kurzantwort: Es fehlen öffentlich zugängliche, aktuelle Daten zu formalen Entscheidungsgremien der Batwa und zur tatsächlichen Umsetzung der im GMP geplanten Einnahmeverteilung – die reale Mitsprache lässt sich damit nicht abschließend bewerten.
Zwischen dem, was Pläne wie der GMP 2014–2023 vorsehen, und dem, was tatsächlich in formalen Entscheidungsstrukturen umgesetzt wird, kann eine erhebliche Lücke liegen. Für den Bwindi Impenetrable National Park lassen sich auf Basis der vorliegenden Informationen mehrere offene Punkte benennen:
- Es gibt keine öffentlich zugängliche Übersicht, ob und wie Batwa-Vertreter in formalen Entscheidungsgremien des Parkmanagements mit Stimmrecht vertreten sind.
- Eine Evaluation, ob das für 2017 geplante Ziel einer gerechteren Einnahmeverteilung erreicht wurde, liegt nicht vor.
- Aktuelle Daten zur tatsächlichen Mitsprache der Batwa nach Ablauf des GMP-Zeitraums 2023, also für die Jahre danach, sind nicht verfügbar.
Diese Lücken bedeuten nicht, dass es keine Mitsprache gibt – sie bedeuten, dass sich ihr tatsächlicher Umfang derzeit nicht seriös belegen lässt. Wer sich ein vollständiges Bild machen möchte, sollte diese offenen Fragen direkt bei den zuständigen Stellen (Uganda Wildlife Authority, den genannten Batwa-Organisationen) erfragen.
Häufige Fragen
Haben die Batwa ein formales Stimmrecht im Parkmanagement von Bwindi?
Das lässt sich auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen nicht klar beantworten. Bekannt sind Vereinbarungen zum Ressourcenzugang (CRM) und Planziele im General Management Plan – eine belegte formale Governance-Funktion mit Stimmrecht ist daraus nicht ableitbar.
Wurde die im GMP 2014-2023 geplante gerechtere Einnahmeverteilung bis 2017 umgesetzt?
Eine öffentlich zugängliche Evaluation dazu liegt nicht vor. Der Plan nennt 2017 als Zieljahr, ob das Ziel erreicht wurde, ist damit offen.
Was ist der Unterschied zwischen dem CRM-System und einer Mitsprache im Parkmanagement?
Das CRM-System regelt den Zugang zu bestimmten Waldressourcen für einzelne registrierte Personen über Vereinbarungen. Es ist kein Entscheidungsgremium für die Ausrichtung des gesamten Parkmanagements.
Welche Rolle spielen BDP, BMCT und ABEG im Parkmanagement?
Diese Organisationen vertreten Batwa-Interessen. Ihre konkrete formale Rolle innerhalb der Entscheidungsstrukturen des Parkmanagements ist auf Basis der vorliegenden Informationen nicht geklärt.
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