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Batwa in Bwindi: Rolle im Naturschutz & Tourismus

Batwa in Bwindi: Rolle im Naturschutz & Tourismus

Die Batwa und Bwindi: Vertreibung, Batwa Trail, Förderprogramme und offene Probleme im Parkmanagement – Hintergründe und Fakten.

Die Batwa lebten Jahrhunderte im Wald von Bwindi, bevor sie mit der Parkgründung vertrieben wurden – heute sind sie über Tourismusangebote wie den Batwa Trail und mehrere Förderprogramme in den Naturschutz rund um den Park eingebunden, wenn auch nur teilweise.

Zahlen im Überblick

  • 1991 — Jahr, in dem der Bwindi Impenetrable National Park offiziell diesen Status erhielt und die dort lebenden Batwa aus dem Wald vertrieben wurden.
  • 80 US-Dollar — Preis für den Batwa Trail, der seit Juni 2011 von der Uganda Wildlife Authority (UWA) angeboten wird und meist morgens um 8 Uhr startet.
  • 1.187 Batwa — Anzahl der Menschen, die das Batwa Development Programme (BDP) seit 1991 in den Distrikten Kanungu und Kisoro unter anderem mit Landkauf und Hausbau erreicht hat.
  • 70 / 30 Prozent — Aufteilung der Einnahmen aus dem Buniga Forest Trail in Nkuringo: 70 Prozent gehen an die Nkuringo Community Conservation and Development Foundation, 30 Prozent an die Kommunalverwaltung Kisoros.
  • 8 CRM-MoUs — Acht aktive Collaborative-Resource-Management-Vereinbarungen erlauben im Bwindi-Nationalpark geregelten Zugang zu Waldressourcen, an denen insgesamt 45 Batwa beteiligt sind.

Vertreibung und Geschichte der Batwa in Bwindi

Kurzantwort: Bevor der Bwindi Impenetrable National Park 1991 offiziell gegründet wurde, lebten die Batwa als Jäger und Sammler im Wald – mit der Parkgründung wurden sie vertrieben und mussten sich in umliegenden Dörfern ansiedeln.

Der Bwindi Impenetrable National Park hat für die indigene Bevölkerungsgruppe der Batwa eine besondere kulturelle Bedeutung. Über Generationen lebten sie im dichten Bergregenwald von Jagd und Sammeln und bezogen ihren Lebensunterhalt direkt aus dem Wald.

Mit der Ausweisung des Gebiets als Nationalpark verloren die Batwa den offiziellen Zugang zu ihrem angestammten Lebensraum. Sie mussten sich in kleinen, vom Wald abgetrennten Siedlungen in der Umgebung niederlassen. Diese Umsiedlung veränderte die Lebensgrundlage der Gemeinschaft grundlegend, da traditionelle Jagd- und Sammelpraktiken im Park seither nicht mehr wie zuvor ausgeübt werden dürfen.

Der Batwa Trail: Ablauf, Kosten und Einnahmenverteilung

Kurzantwort: Der Batwa Trail wurde im Juni 2011 von der Uganda Wildlife Authority eingeführt, findet in der Regel täglich morgens statt und kostet 80 US-Dollar pro Person.

Der Batwa Trail ist ein Tourismusangebot, bei dem Batwa den früheren Lebensraum ihrer Vorfahren im Wald besuchen und Gästen frühere Jagd- und Hüttenbaumethoden zeigen. Die Tour beginnt meist um 8 Uhr morgens und findet in der Regel täglich statt. Sie basiert auf dem früheren Leben der Batwa im Wald und umfasst neben praktischen Demonstrationen auch Tanz- und Gesangsvorführungen sowie Informationen zu Heilpflanzen und Kräutern, die im Wald wachsen.

Ein vergleichbares Angebot gibt es mit dem Buniga Forest Trail in Nkuringo. Hier werden Besuche bei der lokalen Batwa Community über die Nkuringo Community Conservation and Development Foundation (NCCDF) organisiert. Von den Einnahmen fließen 70 Prozent an die NCCDF, die davon unter anderem die Guides bezahlt und kommunale Naturschutz- und Entwicklungsprojekte finanziert. Die restlichen 30 Prozent gehen an die Kommunalverwaltung Kisoros.

Zu aktuellen Besucherzahlen oder dem genauen wirtschaftlichen Effekt dieser Angebote für einzelne Batwa-Haushalte liegen keine verlässlichen Daten vor.

Organisationen und Programme zur Batwa-Förderung

Kurzantwort: Mehrere Organisationen setzen sich rund um Bwindi für die Batwa ein, darunter das seit 1991 aktive Batwa Development Programme sowie die 2017 gegründete Action for Batwa Empowerment Group.

Das Batwa Development Programme (BDP) ist seit 1991 in den Distrikten Kanungu und Kisoro aktiv und hat nach eigenen Angaben 1.187 Batwa erreicht. Zu den Aktivitäten zählen Landkauf und Hausbau, die Unterstützung von vier Schulen mit 465 eingeschriebenen Batwa-Kindern, Krankenversicherung, Transport sowie landwirtschaftliche Beratung. Das Programm beschäftigt eigenen Angaben zufolge 75 Mitarbeitende, darunter mehr als 100 Batwa in Bereichen wie Tanz, Küche und Reinigung.

Die Action for Batwa Empowerment Group (ABEG) wurde 2017 gegründet und 2021 registriert. Sie beschäftigt 23 Mitarbeitende aus Batwa- und Nicht-Batwa-Gemeinschaften und konzentriert sich auf Lebensgrundlagen und politische Interessenvertretung. Nach eigenen Angaben wurden über 200 Menschen durch wirtschaftliche Förderprogramme erreicht.

Bei einem Konsultationsprozess im Jahr 2022 wurden weitere Organisationen genannt, die mit und für die Batwa arbeiten, unter anderem die Bwindi Batwa Development Association, die Batwa Development Organisation und das Nkuringo Cultural Center. Die genannten Organisationen unterscheiden sich in Gründungsjahr, Größe und Schwerpunkt – trotz teils ähnlicher Namen handelt es sich um eigenständige Initiativen.

Offene Probleme laut Parkmanagementplan

Kurzantwort: Der Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park (Planperiode 2014–2023) benennt den eingeschränkten Zugang der Batwa zu Waldressourcen und fehlende kulturelle Tourismusinitiativen ausdrücklich als ungelöste Probleme.

Im Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park für die Planperiode 2014 bis 2023 wird der eingeschränkte Zugang der Batwa zu bestimmten Waldressourcen als offenes Managementproblem aufgeführt. Ebenso wird das Fehlen kultureller Tourismusinitiativen der Batwa im Park benannt.

Gleichzeitig sieht der Plan vor, marginalisierte Gemeinschaften – insbesondere die Batwa – stärker in ausgewählte Parkprogramme einzubinden. Dazu zählen geplante Maßnahmen wie die gemeinsame Erfassung von Heilpflanzen, die Einrichtung von Kräutergärten außerhalb des Parks, die Kartierung früherer spiritueller Batwa-Stätten sowie der Aufbau eines Zentrums für die Vermittlung traditioneller Walderfahrung als Tourismusprodukt. Auch der Einsatz von Batwa mit Walderfahrung als Guides sowie die Weitergabe von Wissen durch Batwa-Älteste an jüngere Generationen sind als Maßnahmen vorgesehen.

Ein Instrument für einen geregelten Ressourcenzugang sind die sogenannten Collaborative-Resource-Management-Vereinbarungen (CRM-MoUs). Im Park gibt es acht aktive CRM-MoUs, an denen insgesamt 45 Batwa beteiligt sind; sie erlauben unter Begleitung der Parkbehörde Uganda Wildlife Authority einen kontrollierten Zugang zu bestimmten Waldressourcen, etwa zum Sammeln von Heilpflanzen.

Ob und in welchem Umfang die im Plan formulierten Ziele – etwa eine gerechtere Einnahmeverteilung – inzwischen umgesetzt wurden, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen.

Häufige Fragen

Was ist der Batwa Trail und was kostet er?

Der Batwa Trail ist eine 2011 von der Uganda Wildlife Authority eingeführte Tour, bei der Batwa ihren früheren Lebensraum im Wald besuchen und Besuchern traditionelle Jagd- und Hüttenbaumethoden zeigen. Die Tour findet in der Regel täglich morgens gegen 8 Uhr statt und kostet 80 US-Dollar pro Person.

Wie profitieren die Batwa finanziell vom Tourismus in Bwindi?

Bei vergleichbaren Angeboten wie dem Buniga Forest Trail in Nkuringo fließen 70 Prozent der Einnahmen an eine lokale Naturschutz- und Entwicklungsorganisation, 30 Prozent an die Kommunalverwaltung. Laut dem Managementplan für Bwindi ist die gerechte Einnahmeverteilung für die Batwa jedoch weiterhin ein offenes Ziel, keine abgeschlossene Umsetzung – belastbare aktuelle Zahlen zur finanziellen Wirkung für einzelne Batwa-Haushalte liegen nicht vor.

Welche Organisationen setzen sich für die Batwa rund um Bwindi ein?

Zu den aktiven Organisationen zählen das seit 1991 tätige Batwa Development Programme, die 2017 gegründete und 2021 registrierte Action for Batwa Empowerment Group sowie weitere Initiativen wie die Bwindi Batwa Development Association und das Nkuringo Cultural Center. Die Organisationen unterscheiden sich in Größe, Gründungsjahr und Arbeitsschwerpunkt.

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