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Batwa in Bwindi: Beteiligung & Entscheidungsfindung

Batwa in Bwindi: Beteiligung & Entscheidungsfindung

Wie werden die Batwa in Bwindi in Entscheidungen über Park und Tourismus einbezogen? Hintergrund zu Vertreibung, Organisationen und Beteiligungsplänen.

Die Batwa sind eine indigene Gemeinschaft, die 1991 bei der Gründung des Bwindi-Nationalparks aus ihrem angestammten Wald vertrieben wurde und seither um Beteiligung an Entscheidungen über Park und Tourismus ringt.

Zahlen im Überblick

  • 1.400 — So viele Batwa leben schätzungsweise in etwa 277 Haushalten in Siedlungen an den Bwindi Impenetrable National Park, in den Distrikten Kisoro und Kanungu.
  • 1991 — In diesem Jahr wurden die Batwa bei der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrer Heimat vertrieben, zunächst ohne Entschädigung.
  • 2014–2023 — Laufzeit des General Management Plans für Bwindi, der die Einbindung marginalisierter Gemeinden, insbesondere der Batwa, in ausgewählte Parkprogramme vorsah.
  • 16 — Mitglieder umfasste die interdisziplinäre Multi-Stakeholder-Planungsgruppe, die den Managementplan für Bwindi erarbeitete.
  • 4 — Schutzgebiete umfasst das IFPA-CD-Projekt mit angrenzenden Batwa-Gemeinden, darunter der Bwindi Impenetrable National Park als eines der Hauptschutzgebiete.

Wer sind die Batwa und warum wurden sie vertrieben?

Kurzantwort: Die Batwa sind eine indigene Waldgemeinschaft, die 1991 mit der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrem angestammten Lebensraum vertrieben wurde – zunächst ohne Entschädigung.

Die Batwa lebten über Generationen im Bwindi-Wald und bezogen ihren Lebensunterhalt direkt aus ihm: Jagd, Sammeln und der Wald als kultureller Mittelpunkt prägten ihr Leben. Mit der Ausweisung des Bwindi Impenetrable National Park und des Mgahinga Gorilla National Park im Jahr 1991 wurde ihnen der Zugang zu diesem Wald entzogen. Die Vertreibung erfolgte im Zuge des Naturschutzes für die vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Für diesen Verlust erhielten die Batwa zum Zeitpunkt der Vertreibung keine anfängliche Entschädigung. Diese fehlende Kompensation gilt bis heute als zentraler Ausgangspunkt für die strukturelle Benachteiligung der Gemeinschaft.

Heute leben schätzungsweise rund 1.400 Batwa in etwa 277 Haushalten in Siedlungen, die an den Nationalpark angrenzen, verteilt auf die Distrikte Kisoro und Kanungu. Der Bwindi-Wald bleibt für sie kulturell bedeutsam, auch wenn der direkte Zugang seit 1991 eingeschränkt ist.

Wie sieht die geplante Beteiligung der Batwa am Parkmanagement aus?

Kurzantwort: Der General Management Plan 2014–2023 sah vor, marginalisierte Gemeinden wie die Batwa in ausgewählte Parkprogramme einzubinden und die Einnahmeverteilung gerechter zu gestalten – ob diese Ziele vollständig umgesetzt wurden, ist auf Basis der vorliegenden Quellen nicht belegt.

Der General Management Plan für den Bwindi Impenetrable National Park (Laufzeit 2014–2023) formulierte das Ziel, marginalisierte Gemeinden – insbesondere die Batwa – stärker in ausgewählte Parkprogramme einzubeziehen. Erarbeitet wurde der Plan von einer interdisziplinären Planungsgruppe mit 16 Mitgliedern aus unterschiedlichen Interessengruppen.

Ein weiteres im Plan formuliertes Ziel war die Förderung einer gerechteren Einnahmeverteilung unter den betroffenen Gemeinschaften, ursprünglich mit einem Zeithorizont bis 2017. Mehr zur allgemeinen Praxis der Einnahmeverteilung rund um den Park liefert der Beitrag zum Community Benefit Sharing in Bwindi.

Wichtig für die Einordnung: Die genannten Ziele stammen aus der Planungsgrundlage des Managementplans. Ob und in welchem Umfang sie in der Praxis der Jahre nach 2014 tatsächlich umgesetzt wurden, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen. Es handelt sich um dokumentierte Absichten, nicht um bestätigte Ergebnisse.

Welche Organisationen vertreten die Batwa?

Kurzantwort: Mehrere Organisationen setzen sich für die Batwa rund um Bwindi ein, unter anderem im Rahmen des IFPA-CD-Projekts, das mehrere Schutzgebiete mit angrenzenden Batwa-Gemeinden verbindet.

Rund um Bwindi sind mehrere Organisationen aktiv, die sich für die Belange der Batwa einsetzen. Dazu zählen unter anderem die Bwindi Batwa Development Association, das Batwa Development Programme, die Batwa Development Organisation sowie Gruppen, die unter den Namen Action for Batwa Empowerment Group und Association of Batwa Empowerment Group bekannt sind. Diese Organisationen unterscheiden sich in Struktur und Schwerpunkt, verfolgen aber ein gemeinsames Anliegen: die wirtschaftliche und soziale Situation der Batwa zu verbessern.

Ein übergeordneter Rahmen ist das IFPA-CD-Projekt, das vier Schutzgebiete mit angrenzenden Batwa-Gemeinden umfasst. Der Bwindi Impenetrable National Park stellt dabei eines der zentralen Schutzgebiete dar. Über die konkrete Rolle der einzelnen Organisationen in aktuellen Entscheidungsprozessen liegen auf Basis der verfügbaren Quellen keine detaillierten Angaben vor.

Einen ergänzenden Einblick, wie Beteiligung und Eigenverantwortung in der Nachbarschaft des Parks konkret aussehen können, gibt der Beitrag Buhoma — wie eine Dorfgemeinschaft Verantwortung für sich selbst übernimmt.

Batwa-Kulturtourismus als wirtschaftliche Perspektive

Kurzantwort: Kulturtourismus mit den Batwa wird im Managementplan als Strategie genannt, um die touristische Wertschöpfung rund um Bwindi über den Gorilla-Tourismus hinaus zu diversifizieren.

Der Gorilla-Tourismus ist die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle rund um Bwindi, macht die Region aber auch von einem einzelnen touristischen Angebot abhängig. Der General Management Plan nennt Batwa-Kulturtourismus als eine Strategie, um dieses Angebot zu diversifizieren.

Solche Angebote ermöglichen es Reisenden, mehr über die Geschichte und Lebensweise der Batwa zu erfahren, und können der Gemeinschaft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten eröffnen. Wie sich Tourismus und Gemeinschaftsleben in der Praxis rund um Buhoma zueinander verhalten, beschreibt der Beitrag Gorilla-Tourismus und Gemeinschaft in Buhoma — wie es wirklich wirkt. Zu konkreten Umsetzungsdetails, Trägerschaften oder wirtschaftlichen Effekten einzelner Batwa-Kulturtourismus-Angebote liegen in den vorliegenden Quellen keine belastbaren Angaben vor.

Häufige Fragen

Wurden die Batwa für ihre Vertreibung aus dem Bwindi-Wald entschädigt?

Bei ihrer Vertreibung 1991 erhielten die Batwa zunächst keine Entschädigung. Belastbare Angaben zu späteren Entschädigungsmaßnahmen liegen nicht vor.

Welche Organisationen setzen sich für die Batwa in Bwindi ein?

Mehrere Organisationen sind aktiv, darunter die Bwindi Batwa Development Association, das Batwa Development Programme, die Batwa Development Organisation sowie Gruppen wie die Action for Batwa Empowerment Group und die Association of Batwa Empowerment Group. Sie sind teils auch im Rahmen des IFPA-CD-Projekts eingebunden, das mehrere Schutzgebiete mit angrenzenden Batwa-Gemeinden verbindet.

Profitieren die Batwa vom Gorilla-Tourismus in Bwindi?

Der General Management Plan für Bwindi formuliert das Ziel einer gerechteren Einnahmeverteilung unter den betroffenen Gemeinschaften, einschließlich der Batwa. Aktuelle Zahlen dazu, in welchem Umfang dieses Ziel umgesetzt wurde, liegen nicht vor.

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