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Batwa in Bwindi: Partizipation & Ressourcenmanagement

Batwa in Bwindi: Partizipation & Ressourcenmanagement

Wie der Managementplan des Bwindi-Nationalparks die Batwa einbindet, welche Organisationen sie vertreten und welche Probleme offiziell benannt werden.

Der offizielle Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park sieht vor, die Batwa als marginalisierte Gemeinschaft stärker in Parkprogramme und Ressourcenmanagement einzubinden — welche Mechanismen dafür geplant sind und wo der Plan selbst Lücken benennt, zeigt dieser Überblick.

Zahlen im Überblick

  • 16 — Mitglieder umfasst die interdisziplinäre Planungsgruppe (Multi-Stakeholder), die den General Management Plan 2014-2023 für Bwindi erarbeitet hat.
  • 2023 — Bis zu diesem Jahr plant der General Management Plan, marginalisierte Gemeinden, insbesondere die Batwa, in ausgewählte Parkprogramme einzubinden.
  • 2017 — Zieljahr des Managementplans für eine gerechtere Verteilung der Tourismuseinnahmen unter den betroffenen Gemeinschaften.
  • 1991 — In diesem Jahr wurden die Batwa bei der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrer angestammten Heimat im Wald vertrieben.
  • 4 — Batwa-Organisationen sind in und um Bwindi aktiv: ABEG, Bwindi Batwa Development Association, Batwa Development Organisation und Batwa Development Programme.

Institutionelle Partizipation: Wie der Managementplan die Batwa einbindet

Kurzantwort: Der General Management Plan 2014-2023 für Bwindi sieht als Planziel vor, marginalisierte Gemeinden – insbesondere die Batwa – in ausgewählte Parkprogramme einzubinden; erarbeitet wurde der Plan von einer 16-köpfigen, interdisziplinären Arbeitsgruppe.

Der General Management Plan (GMP) 2014-2023 für den Bwindi Impenetrable National Park wurde von einer Planungsgruppe aus 16 Mitgliedern erstellt, die interdisziplinär und mit mehreren Interessengruppen (Multi-Stakeholder) besetzt war. Als Planziel formuliert der GMP, dass marginalisierte Gemeinden, allen voran die Batwa, in ausgewählte Parkprogramme eingebunden werden sollen.

Diese Zielsetzung bezieht sich auf die Planperiode bis 2023. Der Plan macht damit deutlich, dass es sich um eine angestrebte Entwicklung handelt, nicht um einen bereits erreichten Zustand. Wie weit die tatsächliche Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt fortgeschritten ist, lässt sich aus den vorliegenden Dokumenten nicht ablesen.

Eng verbunden mit dieser Zielsetzung ist die im Plan formulierte Absicht, bis 2017 eine gerechtere Verteilung der Einnahmen aus dem Tourismus unter den betroffenen Gemeinschaften zu fördern. Wie die Einnahmen aus Tourismus in Bwindi konkret verteilt werden und welche Mechanismen dafür bestehen, wird im Artikel zum Community Benefit Sharing in Bwindi vertieft.

Ressourcenzugang: Medizinalpflanzen, spirituelle Stätten und Waldnutzung

Kurzantwort: Der Managementplan sieht mehrere konkrete Maßnahmen vor, um den Batwa Zugang zu traditionellem Wissen und Orten im Wald zu ermöglichen — von der Inventarisierung von Medizinalpflanzen bis zur Kartierung früherer spiritueller Stätten.

Der Bwindi-Wald hat für die Batwa eine besondere kulturelle Bedeutung: Sie lebten hier über Generationen als Jäger und Sammler, bevor sie 1991 mit der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus dem Wald vertrieben wurden und sich in Dörfern am Waldrand ansiedeln mussten.

Der General Management Plan benennt als konkrete geplante Maßnahmen unter anderem:

  • Gemeinsam mit den Batwa eine Bestandsaufnahme aller Medizinalpflanzen im Park für weitere Forschung und Kartierung
  • Die Einrichtung von Kräuter-Demonstrationsflächen außerhalb des Parks unter Beteiligung der Batwa
  • Die Identifizierung und Kartierung früherer spiritueller Batwa-Stätten im Park
  • Verhandlungen mit weiteren Interessengruppen, um Zugang zu kulturell bedeutsamen Batwa-Stätten zu ermöglichen
  • Den Aufbau eines Zentrums im Park für die Vermittlung der Batwa-Walderfahrung als touristisches Angebot
  • Den Einsatz walderfahrener Batwa als Guides im Tourismus

Diese Punkte sind im GMP als geplante Aktionen aufgeführt. Wie viele davon bereits umgesetzt wurden, ist anhand der vorliegenden Quellen nicht belegbar. Einen Überblick über das Ressourcenmanagement im Bwindi-Wald insgesamt bietet der Artikel zum Waldmanagement in Bwindi.

Batwa-Organisationen und ihre Rolle

Kurzantwort: Mehrere Organisationen setzen sich für die Interessen der Batwa rund um Bwindi ein, darunter ABEG, die Bwindi Batwa Development Association, die Batwa Development Organisation und das Batwa Development Programme.

Rund um Bwindi sind mehrere Organisationen aktiv, die sich für die Belange der Batwa-Gemeinschaften einsetzen: die Association of Batwa Empowerment Group (ABEG), die Bwindi Batwa Development Association (BBDA), die Batwa Development Organisation (BDO) sowie das Batwa Development Programme (BDP). Diese Organisationen stehen in Verbindung mit dem Bwindi Mgahinga Conservation Trust, der Naturschutz- und Entwicklungsprojekte in der Region unterstützt.

Ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Parkbehörde und Batwa-Organisationen ist der Batwa Trail in Bwindi, ein touristisches Angebot, das gemeinsam von der Uganda Wildlife Authority (UWA) und Batwa-Gemeindemitgliedern getragen wird. Der Trail wurde im April 2019 mit Unterstützung des Nkuringo Cultural Centre, der Bwindi Batwa Development Organisation sowie weiterer Partner eröffnet. Er umfasst von Batwa geführte Wanderungen zu Themen wie Feuermachen, Kräuterheilkunde, Jagdtechniken sowie Musik und Tanz, und findet innerhalb der Parkgrenzen statt.

Für den nördlichen Bereich Bwindis (Buhoma) verhandelt die UWA aktuell mit der Association of Batwa Empowerment Group (ABEG) und dem Batwa Development Programme (BDP) über eine dreiseitige Vereinbarung (Tripartite-Agreement) zur Verwaltung eines eigenen Batwa Trails. Wie weit diese Verhandlungen fortgeschritten sind, ist öffentlich nicht dokumentiert.

Herausforderungen: Was der Managementplan selbst als ungelöst benennt

Kurzantwort: Der General Management Plan benennt selbst mehrere ungelöste Probleme, darunter den begrenzten Zugang der Batwa zu Waldressourcen, Mängel bei der Verwaltung von Tourismuseinnahmen und das Fehlen von Batwa-Kulturtourismus-Initiativen.

Der General Management Plan 2014-2023 listet unter den zentralen Managementproblemen des Parks ausdrücklich mehrere Punkte auf, die die Batwa direkt betreffen:

  • Begrenzter Zugang der Batwa zu bestimmten Waldressourcen
  • Mismanagement der Einnahmen aus der sogenannten Gorilla-Levy sowie der Revenue-Sharing-Projekte
  • Fehlende Initiativen für Batwa-Kulturtourismus in Bwindi

Diese Selbstbeschreibung im offiziellen Dokument zeigt, dass die Herausforderungen den Verantwortlichen bekannt sind. Sie ist zugleich ein Hinweis darauf, dass die im Plan formulierten Ziele – etwa zur Einbindung der Batwa in Parkprogramme oder zur gerechteren Einnahmeverteilung – zum Zeitpunkt der Planerstellung noch nicht erreicht waren. Aktuelle Daten dazu, inwieweit sich diese Situation seither verändert hat, liegen nicht vor.

Häufige Fragen

Sind die Batwa offiziell an der Verwaltung des Bwindi-Nationalparks beteiligt?

Der General Management Plan 2014-2023 wurde von einer 16-köpfigen, interdisziplinären Planungsgruppe mit mehreren Interessengruppen erarbeitet und formuliert als Ziel, marginalisierte Gemeinden, insbesondere die Batwa, in ausgewählte Parkprogramme einzubinden. Es handelt sich dabei um ein Planziel für die Periode bis 2023, nicht um einen bereits vollständig umgesetzten Zustand. Wie weit die Einbindung heute tatsächlich fortgeschritten ist, ist anhand der verfügbaren Quellen nicht belegbar.

Welche Organisationen vertreten die Batwa in Bwindi?

Mehrere Organisationen setzen sich für die Batwa ein: die Association of Batwa Empowerment Group (ABEG), die Bwindi Batwa Development Association (BBDA), die Batwa Development Organisation (BDO) und das Batwa Development Programme (BDP). Diese Organisationen stehen in Verbindung mit dem Bwindi Mgahinga Conservation Trust.

Dürfen die Batwa Ressourcen im Bwindi-Wald nutzen?

Der General Management Plan benennt den begrenzten Zugang der Batwa zu bestimmten Waldressourcen als ungelöstes Problem. Gleichzeitig sieht der Plan Maßnahmen vor, um diesen Zugang zu verbessern, etwa eine gemeinsame Inventarisierung von Medizinalpflanzen, die Einrichtung von Kräuter-Demonstrationsflächen außerhalb des Parks sowie die Kartierung früherer spiritueller Batwa-Stätten im Wald.

Wann wurden die Batwa aus dem Bwindi-Wald vertrieben?

Die Batwa wurden 1991 bei der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrer angestammten Heimat im Wald vertrieben und mussten sich in Dörfern am Waldrand ansiedeln.

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