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Batwa-Rechte in Bwindi: Vertreibung, Landrechte, Geschichte

Batwa-Rechte in Bwindi: Vertreibung, Landrechte, Geschichte

Wie die Batwa 1991 aus dem Bwindi-Wald vertrieben wurden, wo sie heute leben und welche Landrechte sie bis heute fordern.

1991 wurden die Batwa mit der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrem angestammten Wald vertrieben — bis heute kämpfen sie um Landrechte und Beteiligung.

Zahlen im Überblick

  • 1991 — Jahr der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga, mit der die Batwa aus dem Wald vertrieben wurden.
  • ~1.400 — So viele Batwa leben schätzungsweise in Siedlungen angrenzend an den Bwindi Impenetrable National Park.
  • 277 — Anzahl der Haushalte, in denen die Batwa-Gemeinschaften in den Distrikten Kisoro und Kanungu heute leben.
  • 3 — Batwa-geführte Organisationen (BDO, BIDO, BIEO), die Ende 2024 Beschwerden zu ausbleibenden Landrechten einreichten.
  • 10% — Anteil der Projektmittel, den die Batwa-Organisationen für sich beanspruchen — bislang ohne Umsetzung.

Die Vertreibung der Batwa 1991: Wie der Nationalpark entstand

Kurzantwort: 1991 wurden die Batwa im Zuge der Gründung der Nationalparks Bwindi und Mgahinga aus ihrer angestammten Heimat im Wald vertrieben.

Die Batwa lebten über Generationen als Waldbewohner im Gebiet des heutigen Bwindi Impenetrable National Park. Als Uganda 1991 die Nationalparks Bwindi und Mgahinga gründete, wurden die Batwa aus diesem Wald vertrieben. Damit verloren sie den Zugang zu dem Lebensraum, der über Generationen die Grundlage ihres Alltags, ihrer Kultur und ihrer Versorgung war.

Die Parkgründung diente dem Schutz des Waldes und seiner Lebensräume, etwa für die Berggorillas. Der Wald hat für die Batwa und die umliegenden Gemeinden aber auch eine tief verwurzelte kulturelle Bedeutung, da viele ihren Lebensunterhalt traditionell aus ihm bezogen. Mehr zum Schutzstatus des Waldes und seinem Management findest du im Beitrag zu Waldschutz und Berggorillas in Bwindi.

Wo die Batwa heute leben

Kurzantwort: Rund 1.400 Batwa leben heute in etwa 277 Haushalten in Siedlungen in den Distrikten Kisoro und Kanungu, angrenzend an den Nationalpark.

Nach ihrer Vertreibung aus dem Wald siedelten sich die Batwa-Gemeinschaften außerhalb des Parks an. Schätzungen zufolge leben heute rund 1.400 Batwa in etwa 277 Haushalten in Siedlungen in den Distrikten Kisoro und Kanungu, die unmittelbar an den Bwindi Impenetrable National Park grenzen.

Die Batwa-Gemeinden rund um Bwindi sind eine von vier Gemeinschaften an Schutzgebieten, die im Rahmen des IFPA-CD-Projekts (Integrated Forest and Protected Area Co-Management for Community Development) begleitet werden. Bwindi zählt dabei zu den zentralen Schutzgebieten dieses Programms.

Landrechte, Beteiligung und aktuelle Konflikte

Kurzantwort: Ende 2024 beklagten drei Batwa-geführte Organisationen, dass zentrale Forderungen nach Landrechten, einem Kulturzentrum, Mitsprache und einem Anteil der Projektmittel unerfüllt blieben.

Der Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park (2014–2023) sah vor, marginalisierte Gemeinden — insbesondere die Batwa — in ausgewählte Parkprogramme einzubeziehen und bis 2017 eine gerechtere Einnahmeverteilung unter den betroffenen Gemeinschaften zu fördern. Mehr zu den rechtlichen Grundlagen des Waldschutzes in Uganda liest du im Beitrag zu Waldschutzgesetzen in Bwindi.

Ende 2024 reichten drei Batwa-geführte zivilgesellschaftliche Organisationen — die Batwa Development Organisation (BDO), BIDO und BIEO — Beschwerden ein. Sie kritisierten, dass zentrale Forderungen bislang nicht umgesetzt wurden: Landrechte, ein eigenes Kulturzentrum, ein Sitz im zuständigen Steuerkomitee sowie ein vereinbarter Anteil von 10 Prozent der Projektmittel. Wie sich diese Beschwerden seither entwickelt haben und ob es eine offizielle Reaktion der Behörden gab, ist öffentlich nicht dokumentiert.

Zwischen den im Managementplan formulierten Zielen und der tatsächlichen Umsetzung besteht damit eine erkennbare Lücke.

Batwa-Kulturtourismus als Kompensation: Der Batwa Trail

Kurzantwort: Der Batwa Trail im Buhoma-Sektor bietet Batwa-Gemeinschaften eine touristische Einkommensquelle, ersetzt aber keine verlorenen Landrechte.

Im Buhoma-Sektor von Bwindi wird der Batwa Trail angeboten, eine kulturelle Tourenerfahrung, bei der Batwa-Gemeinschaften ihre traditionelle Lebensweise vermitteln. Mehr zum Buhoma-Sektor findest du im Beitrag Buhoma. Der Managementplan des Parks sieht solche kulturtouristischen Angebote als Diversifizierung neben dem Gorilla-Tourismus vor, um zusätzliche Einkommensquellen für angrenzende Gemeinden zu schaffen.

Der Batwa Trail bietet einzelnen Batwa eine Möglichkeit, am Tourismus teilzuhaben und Einkommen zu erzielen. Er ist jedoch kein Ersatz für die verlorenen Landrechte im Wald selbst: Wie viele Batwa tatsächlich am Kulturtourismus teilnehmen und in welchem Umfang sie wirtschaftlich davon profitieren, ist nicht belastbar beziffert.

Häufige Fragen

Wann wurden die Batwa aus dem Bwindi-Wald vertrieben?

1991, im Zuge der Gründung der Nationalparks Bwindi Impenetrable und Mgahinga Gorilla.

Wo leben die Batwa heute?

Rund 1.400 Batwa leben in etwa 277 Haushalten in Siedlungen in den Distrikten Kisoro und Kanungu, angrenzend an den Nationalpark.

Welche Forderungen stellen Batwa-Organisationen aktuell?

Batwa-geführte Organisationen wie BDO, BIDO und BIEO fordern Landrechte, ein eigenes Kulturzentrum, einen Sitz im Steuerkomitee und einen Anteil von 10 Prozent der Projektmittel. Ende 2024 reichten sie dazu Beschwerden ein, da diese Forderungen bislang nicht umgesetzt wurden.

Was ist der Batwa Trail?

Der Batwa Trail ist ein kulturtouristisches Angebot im Buhoma-Sektor von Bwindi, bei dem Batwa-Gemeinschaften ihre traditionelle Lebensweise vermitteln. Er dient als zusätzliche Einkommensquelle, ersetzt aber nicht die verlorenen Landrechte im Wald.

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