Community Resource Management (CRM) regelt, unter welchen Bedingungen Batwa-Gemeinden bestimmte Waldressourcen im Bwindi-Nationalpark nutzen dürfen – ein begrenztes, aber konkretes Instrument nach jahrzehntelangem Verlust des Zugangs zum Wald.
Zahlen im Überblick
- 45 — So viele Batwa sind aktuell in CRM-Vereinbarungen für den Bwindi-Nationalpark eingebunden.
- 8 — Anzahl der aktiven CRM-Vereinbarungen, über die Batwa geregelten Zugang zu Nicht-Holz-Waldressourcen erhalten.
- 4 — Der Managementplan unterteilt Bwindi in vier Zonen: Tourismus-, Wildnis-, Verwaltungs- und Ressourcennutzungszonen.
- 20–60 — Pro Jahr dokumentierte Vorfälle unerlaubter Nicht-Holz-Waldproduktentnahme im Park zwischen 2020 und 2025.
- 25 — So viele Managementprobleme benennt der Parkmanagementplan, darunter Bergbaudruck und unklare Parkgrenzen – Faktoren, die auch CRM beeinflussen.
Was ist Collaborative Resource Management (CRM)?
Kurzantwort: CRM ist ein System, das Batwa-Gemeinden einen geregelten, begrenzten Zugang zu bestimmten Nicht-Holz-Waldressourcen im Bwindi-Nationalpark ermöglicht.
Collaborative Resource Management, kurz CRM, ist eine Vereinbarung zwischen der Uganda Wildlife Authority und Batwa-Gemeinden rund um den Bwindi Impenetrable National Park. Sie regelt, unter welchen Bedingungen Mitglieder der Batwa-Gemeinschaft bestimmte Nicht-Holz-Waldressourcen im Park sammeln oder nutzen dürfen.
Aktuell sind 45 Batwa in 8 aktiven CRM-Vereinbarungen eingebunden. Diese Zahl ist die konkreteste verfügbare Angabe zum Umfang des Programms. Wie viele Batwa insgesamt in der Region leben und welcher Anteil davon am CRM-System teilnimmt, ist auf Basis der verfügbaren Quellen nicht belegt.
CRM ist damit kein umfassender Rückgabeprozess des Waldes, sondern ein begrenztes, organisiertes Zugangsmodell, das über Community Wildlife Committees koordiniert wird. Wie Waldressourcen rund um Bwindi grundsätzlich verwaltet werden – auch außerhalb des Batwa-Kontexts – zeigt der Artikel Waldmanagement in Uganda: Was im Bwindi funktioniert – und was das mit einem Hühnerfarmer zu tun hat.
Historischer Hintergrund: Batwa und der Bwindi-Wald
Kurzantwort: Der Wald war über Generationen die Lebensgrundlage der Batwa; mit der Ausweisung des Gebiets als Nationalpark verloren sie den direkten Zugang dazu.
Der Bwindi Impenetrable National Park hat für die indigene Bevölkerungsgruppe der Batwa und benachbarte Gemeinden eine besondere kulturelle Bedeutung, da diese ihren Lebensunterhalt traditionell aus dem Wald bezogen. Mehr über die verschiedenen Bevölkerungsgruppen rund um den Park und ihre heutige Situation ist im Beitrag Die Menschen von Bwindi zusammengefasst.
Der Park wurde 1991 offiziell als Schutzgebiet gegründet. Dieses Datum bezeichnet die Gründung des Nationalparks – es ist nicht gleichzusetzen mit dem Zeitpunkt, an dem die Batwa den Zugang zum Wald verloren. Wann genau und unter welchen rechtlichen Umständen dieser Verlust stattfand, ist anhand der vorliegenden Quellen nicht belegt.
Fest steht: Der Managementplan des Parks sieht seither vor, marginalisierte Gemeinden – insbesondere die Batwa – in ausgewählte Parkprogramme einzubinden, um den entstandenen Verlust teilweise auszugleichen.
Herausforderungen und Grenzen des CRM-Systems
Kurzantwort: Neben dem offiziellen CRM-Zugang bestehen weiterhin nicht genehmigte Entnahmen von Waldressourcen, die zeigen, dass der geregelte Zugang allein den Ressourcenbedarf nicht vollständig deckt.
Der Bwindi-Nationalpark ist in vier Managementzonen unterteilt: Tourismuszonen, Wildniszonen, Verwaltungszonen und Ressourcennutzungszonen. CRM-Aktivitäten finden in der Regel in den dafür vorgesehenen Ressourcennutzungszonen statt.
Gleichzeitig wurden zwischen 2020 und 2025 im Park jährlich zwischen 20 und 60 Vorfälle nicht genehmigter Entnahme von Nicht-Holz-Waldprodukten dokumentiert. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass neben dem offiziellen CRM-System weiterhin informeller oder unerlaubter Zugriff auf Waldressourcen stattfindet – möglicherweise, weil der geregelte Zugang den tatsächlichen Bedarf nicht abdeckt. Eine gesicherte Aussage darüber, in welchem Umfang diese Vorfälle Batwa betreffen oder auf andere Akteure zurückgehen, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten.
Der Managementplan des Parks benennt insgesamt 25 Managementprobleme, darunter Bergbaudruck, unklare Parkgrenzen, schwache Durchsetzung von Wildtiergesetzen und unzureichende Tourismusüberwachung. Diese strukturellen Herausforderungen wirken sich auch auf die praktische Umsetzung von CRM-Vereinbarungen aus.
Wie Reisende die Batwa unterstützen können
Kurzantwort: Der Community Walk in Buhoma bietet Besuchern die Möglichkeit, direkt mit Batwa-Gemeinden in Kontakt zu kommen und sie wirtschaftlich zu unterstützen.
Wer Bwindi besucht, kann über organisierte Angebote wie den Community Walk in Buhoma direkten Kontakt zur Batwa-Gemeinschaft aufnehmen. Solche Programme werden von lokalen Gemeinden mitgestaltet und ermöglichen es Besuchern, mehr über die Geschichte und heutige Situation der Batwa zu erfahren. Wer sich generell für verantwortungsvolles Reisen in der Region interessiert, findet weiterführende Hinweise unter Nachhaltig reisen in Bwindi: Was wirklich einen Unterschied macht.
Wichtig für Reisende: Der Community Walk ist ein eigenständiges Angebot und unterscheidet sich vom offiziellen Tourismus-Revenue-Sharing des Nationalparks. Wer sich für die Verteilung von Parkeinnahmen an Gemeinden interessiert, findet dazu Hintergründe im Artikel zum Community Benefit Sharing in Bwindi.
Häufige Fragen
Was ist Community Resource Management (CRM) in Bwindi?
CRM ist ein System, das Batwa-Gemeinden einen geregelten Zugang zu bestimmten Nicht-Holz-Waldressourcen im Bwindi-Nationalpark ermöglicht. Aktuell sind 45 Batwa in 8 aktiven CRM-Vereinbarungen eingebunden.
Warum brauchen die Batwa überhaupt eine CRM-Vereinbarung für den Waldzugang?
Mit der Ausweisung des Bwindi-Gebiets als Nationalpark 1991 verloren die Batwa den traditionellen, freien Zugang zum Wald, der zuvor ihre Lebensgrundlage war. CRM-Vereinbarungen sollen einen Teil dieses Zugangs unter geregelten Bedingungen wiederherstellen.
Welche Waldressourcen dürfen Batwa im Rahmen von CRM nutzen?
Die vorliegenden Quellen sprechen allgemein von Nicht-Holz-Waldressourcen. Welche konkreten Pflanzenarten, Honig oder Medizinalprodukte im Detail erlaubt sind, ist anhand der verfügbaren Informationen nicht im Einzelnen belegt.
Ist CRM dasselbe wie das Community Benefit Sharing in Bwindi?
Nein. Community Benefit Sharing betrifft die Verteilung von Tourismuseinnahmen an Gemeinden rund um den Park. CRM regelt speziell den physischen Zugang der Batwa zu Waldressourcen und ist ein eigenständiges Instrument.
Wie können Besucher die Batwa-Gemeinschaft unterstützen?
Über Angebote wie den Community Walk in Buhoma können Reisende direkten Kontakt zur Batwa-Gemeinschaft aufnehmen und lokale Initiativen wirtschaftlich unterstützen.
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