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Kisoro und Kanungu: Die Distrikte hinter dem Bwindi-Naturschutz

Naturschutz & Verwaltung

Wer den Bwindi Impenetrable National Park besucht, denkt zunächst an Gorillas, dichten Regenwald und unvergessliche Trekking-Erlebnisse. Doch hinter jedem erfolgreichen Schutzprojekt stehen Menschen, Strukturen und politische Entscheidungen – und in Bwindi sind es vor allem zwei ugandische Distrikte, die diesen Rahmen schaffen: Kisoro im Süden und Kanungu im Norden. Beide grenzen unmittelbar an den Park, beide beherbergen Gemeinden, die seit Generationen in Wechselwirkung mit dem Wald leben, und beide tragen eine wachsende Mitverantwortung für den Erhalt einer der artenreichsten Waldlandschaften Afrikas. Während unserer mehrwöchigen Aufenthalte vor Ort – Mark Suer verbrachte allein im Januar 2026 elf Tage in der Region, Susanne Suer war sowohl im Januar als auch im Juli 2026 dabei – wurden uns diese Zusammenhänge in Gesprächen, Begegnungen und beim Beobachten des Alltags immer klarer.

Auf einen Blick

  • Kisoro District: Liegt im südwestlichen Uganda, grenzt an Ruanda und die DRC – Zugang zum Südsektor von Bwindi sowie zum Mgahinga Gorilla National Park
  • Kanungu District: Westuganda, grenzt im Norden an Bwindi – Zugang zu Buhoma, Ruhija und dem gesamten nördlichen Parksektor
  • Batwa-Bevölkerung: Beide Distrikte beherbergen indigene Batwa-Gemeinschaften, die historisch im und um den Wald lebten
  • NGO-Dichte: Mehr als 15 Organisationen arbeiten in Kisoro und Kanungu unmittelbar am Thema Naturschutz und Batwa-Rechte
  • Distriktverwaltung: Kisoro und Kanungu stellen Distriktausschüsse, die gemeinsam mit der Uganda Wildlife Authority (UWA) Schutzmaßnahmen koordinieren
  • Gorilla-Trekking-Permit: 800 USD pro Person – ein Teil der Einnahmen fließt über das Revenue Sharing-Programm zurück in die Distriktkassen

Zwei Distrikte, ein Wald – geografische Grundlagen

Der Bwindi Impenetrable National Park erstreckt sich über zwei ugandische Verwaltungsdistrikte – Rubanda (früher Teil von Kabale) und Kanungu –, grenzt aber auch eng an den Kisoro District. Diese administrative Aufteilung ist kein bloßes Verwaltungsdetail: Sie bestimmt, welche lokale Regierung welche Subregionen verwaltet, welche Gemeinderäte bei Parkentscheidungen mitreden, und wie Tourismuseinnahmen auf die umliegenden Gemeinden verteilt werden.

Kisoro liegt im äußersten Südwesten Ugandas, eingebettet zwischen Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Mgahinga Gorilla National Park. Die Distrikthauptstadt Kisoro Town ist der nächste größere Ort für Reisende, die über Ruanda (Kigali) anreisen – eine Route, die von Kigali nach Bwindi führt und in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen hat. Im Kisoro District befinden sich mindestens vier Gorilla-Lodges sowie die Zugangspunkte Nkuringo und Rubuguri zum Südsektor von Bwindi.

Kanungu District liegt nördlich und nordwestlich des Parks. Hier befinden sich Buhoma – der bekannteste Eingang zu Bwindi und Ausgangspunkt für Gorilla-Trekking im Nordsektor – sowie Ruhija und Butogota. Kanungu ist flächenmäßig größer als Kisoro und umfasst sowohl dicht bewohnte Agrarlandschaften als auch ausgedehnte Waldpuffer rund um den Park. Die Distrikthauptstadt Kanungu Town ist ein ruhiger Marktort, der von den meisten Touristen kaum wahrgenommen wird, obwohl er als administrative Drehscheibe für Naturschutzentscheidungen eine zentrale Rolle spielt.

Die geografische Lage beider Distrikte bringt eine besondere Herausforderung mit sich: Bwindi liegt an der Grenze zu zwei Ländern. Wilderer, illegale Holzfäller und andere Bedrohungen können aus Richtung Ruanda oder der DRC in den Park eindringen. Die Grenzproblematik im Bwindi-Tourismus ist deshalb ein Thema, das die Distriktverwaltungen in Kisoro und Kanungu gemeinsam mit der ugandischen Zentralregierung und internationalen Partnern angehen müssen.

Lokale Distriktkomitees als Schutzpartner

Die Uganda Wildlife Authority (UWA) ist die nationale Behörde, die den Bwindi National Park verwaltet. Doch effektiver Naturschutz endet nicht an der Parkgrenze. Er beginnt in den Subdistriktsbüros, in den Gemeinderäten der direkt angrenzenden Dörfer, in den Büros der Bezirks-Tourismusbeauftragten und in den lokalen Forstbehörden. Kisoro und Kanungu haben dafür Distriktausschüsse eingerichtet, die als Bindeglied zwischen UWA, nationaler Politik und den betroffenen Gemeinden fungieren.

Konkret bedeutet das: Wenn es um Trainings für Dorfvorsteher geht – etwa für die lokalen Council-1- Vorsitzenden, also die unterste Ebene der ugandischen Gemeindeverwaltung –, koordinieren die Distriktbüros die Einladungen, stellen Räume bereit und sorgen dafür, dass auch entlegene Grenzdörfer erreicht werden. In den Jahren 2023 und 2025 wurden solche Schulungen in Subdistriktbüros beider Distrikte durchgeführt, darunter in Nkuringo Town Council, Rubuguri Town Council und Nyanamo auf Kisoro-Seite sowie in Kishor, Mpungu, Butogota und Kayonza auf Kanungu-Seite.

Im Mai 2025 erhielten alle Distrikt-Stakeholder im Rahmen eines Orientierungstrainings eine Einführung zu Inklusion und Nichtdiskriminierung – mit besonderem Fokus auf die Beteiligung aller Projektbeteiligten an Entscheidungen, Partizipation und Zugang zu Projektvorteilen. Diese Bemühungen sind Teil eines strukturierten Ansatzes, der sicherstellen soll, dass Naturschutz nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch für die Menschen, die direkt an der Parkgrenze leben.

Dazu wurden sogenannte Grievance Redress Committees (GRCs) – also Ausschüsse für Beschwerdemanagement – mit praktischen Werkzeugen ausgestattet: Beschwerderegister, Protokollvorlagen und Berichtsformulare. Diese Gremien sind bereits aktiv und ermöglichen es Gemeindebewohnern, Konflikte mit dem Park oder Projektträgern auf geordnetem Weg zu melden – ohne dass gleich eine juristische Eskalation notwendig wird. Das klingt bürokratisch, ist aber in der Praxis ein wichtiger Vertrauensbaustein.

Konsultationstreffen – etwa in Rushaga und Buhoma im Juni 2022 – brachten lokale UWA-Mitarbeitende, Distriktvertreter aus Kisoro und Kanungu (darunter Chief Administrative Officers, Tourismus- und Naturschutzbeauftragte) sowie NGO-Vertreter und Gemeinde-Entwicklungsgruppen zusammen. 17 Stakeholder wurden dabei absichtlich nach ihrer Erfahrung und ihrer Arbeit rund um Bwindi ausgewählt – ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit substanziell und nicht rein symbolisch sein soll.

Die Batwa: Indigene Bevölkerung an der Waldgrenze

Keine Diskussion über Kisoro, Kanungu und den Bwindi-Naturschutz kommt an der Frage der Batwa vorbei. Die Batwa sind die indigene Bevölkerungsgruppe dieser Region – ehemalige Waldbewohner, die beim Anlegen des Nationalparks ihren Lebensraum verloren und seitdem in Gemeinden rund um den Park leben. Ihre Situation ist komplex, sensibel und eng mit Fragen des Naturschutzes, der Landrechte und der Entwicklungsgerechtigkeit verknüpft.

Im Kisoro District – speziell im Südsektor von Bwindi, rund um Rubuguri – lebten laut einer Stakeholder-Konsultation vom Juni 2022 rund 562 Batwa. Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf jene Batwa, die in Nähe des Parks wohnen; es gibt weitere Batwa-Siedlungen im Distrikt, etwa rund um den Echuya-Wald, den Mgahinga Gorilla National Park und in Kisoro Town selbst. Im Kanungu District sind die Batwa-Zahlen schwieriger zu erfassen, unter anderem weil es Wanderungsbewegungen zwischen den Distrikten gibt. Das Bwindi Mgahinga Conservation Trust (BMCT) hatte früher eine Gesamtzahl von 1.880 Batwa für den Kisoro District angegeben – eine Abweichung, die zeigt, wie umstritten und methodisch schwierig diese Erhebungen sind.

Für den Naturschutz bedeutet die Batwa-Frage konkret: Ohne die Unterstützung oder zumindest die Akzeptanz dieser Gemeinschaften lässt sich Bwindi langfristig nicht schützen. Batwa-Aktivisten fordern seit Jahren, dass Naturschutzprojekte nicht nur für sie entworfen werden, sondern von Batwa-geführten Organisationen geleitet werden. Ein oft gehörtes Argument in Stakeholder-Runden lautet, dass externe NGOs zwar gute Absichten haben, aber die lokalen Strukturen und Bedürfnisse nicht tief genug kennen.

In beiden Distrikten gibt es mittlerweile eine bemerkenswerte Dichte an Organisationen, die sich explizit mit den Batwa befassen. Kisoro ist Standort des Nkuringo Cultural Centre (NCC), der Bwindi Batwa Development Association (BBDA), der Batwa Indigenous Development Organisation (BIDO), der Batwa Indigenous Empowerment Organisation (BIEO) sowie der United Organization for Batwa Development in Uganda (UOBDU). Kanungu beherbergt unter anderem die Action for Batwa Empowerment Group, das Batwa Empowerment Village und die Batwa Development Organisation (BDO). Übergreifend – in beiden Distrikten aktiv – sind das International Gorilla Conservation Programme (IGCP), die Gorilla Organisation (GO), das Institute of Tropical Forest Conservation (ITFC), Conservation Through Public Health (CTPH) sowie das Bwindi Mgahinga Conservation Trust (BMCT). Insgesamt listet eine Studie aus dem Jahr 2025 sechzehn Organisationen auf, die in Kisoro und/oder Kanungu mit und für die Batwa rund um Bwindi arbeiten.

[ZITAT: Batwa-Vertreter über Partizipation in Naturschutzprojekten]

Gleichzeitig gibt es praktische Herausforderungen: Viele Batwa haben keinen gesicherten Zugang zu Land, was Alternativen zur früheren Waldnutzung – etwa Fischfang oder Landwirtschaft – erschwert. In Stakeholder-Runden wurde vorgeschlagen, fehlenden Zugang zu Waldfischerei durch die Förderung von Fischteichen zu kompensieren. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber symptomatisch für die tiefgreifende Anpassungsleistung, die von Batwa-Gemeinschaften erwartet wird, die ihren angestammten Lebensraum verloren haben.

Walddruck und Schutzmaßnahmen: Was die Zahlen sagen

Bwindi steht unter konstantem Nutzungsdruck. Laut dem State of Wildlife Resources in Uganda 2026 (Uganda Wildlife Authority / National Forestry Authority) wurden zwischen 2020 und 2025 im Bwindi Impenetrable National Park jährlich zwischen 20 und 60 Vorfälle dokumentiert, bei denen Nicht-Holz-Waldprodukte illegal entnommen wurden – etwa Honig, Heilpflanzen, Bambussprossen oder Rotanggras. In einem Jahr erreichte diese Zahl den Höchstwert von 60 gemeldeten Ereignissen. Diese Zahlen klingen moderat, verbergen aber einen wichtigen Kontext: Sie erfassen nur die registrierten Fälle, nicht das tatsächliche Ausmaß. Viele Vorfälle werden nie gemeldet, entweder weil die Rangertruppen zu dünn aufgestellt sind, oder weil soziale Netzwerke zwischen Parkwächtern und Gemeinden dazu führen, dass Vorfälle intern gelöst werden.

Dass der Walddruck real ist, zeigt auch ein Blick auf die Wildtierbestände: Im Bwindi wurden im Rahmen der nationalen Zählung 2025 noch 426 Schimpansen erfasst – eine Zahl, die im Kontext der Lebensraumqualität und der Fragmentierungsrisiken bewertet werden muss. Zum Vergleich: Der benachbarte Bwindi Impenetrable National Park ist primär für seine Berggorillas bekannt, die hier mit rund der Hälfte der gesamten Weltpopulation leben – doch die Schimpansen-Präsenz zeigt, dass Bwindi auch für andere Menschenaffen eine entscheidende Rolle spielt.

Ein weiteres Indiz für die Konfliktdynamik zwischen Mensch und Wildtier ist die Existenz einer 16 Kilometer langen Steinmauer im benachbarten Mgahinga Gorilla National Park. Diese Mauer, laut dem State of Wildlife Resources 2026 von der UWA unterhalten, wurde errichtet, um Ernteraub durch Gorillas zu verhindern. In Bwindi selbst fehlt eine solche physische Barriere großteils – was bedeutet, dass die Lösung von Mensch-Wildtier-Konflikten stärker auf sozialen Mechanismen, Entschädigungssystemen und gemeinschaftlichen Patrouillen basieren muss. Die Distriktverwaltungen in Kisoro und Kanungu sind dabei wichtige Vermittler: Sie kennen die lokalen Machtverhältnisse, die saisonalen Erntekonflikte und die Dörfer, in denen die Spannung am größten ist.

Botanisch bemerkenswert ist zudem: Im Grenzgebiet zwischen Bwindi und dem Kibale Forest wächst Rotheca violacea subsp. kigeziensis – eine Pflanze, die laut dem Bericht 2026 weltweit als "Critically Endangered" eingestuft ist und ausschließlich in dieser endemischen Zone vorkommt. Solche botanischen Besonderheiten illustrieren, warum die Pufferzone rund um Bwindi – und damit das Territorium der Distrikte Kisoro und Kanungu – ökologisch von außergewöhnlichem Wert ist. Der Waldschutz in Bwindi ist also nicht nur eine Frage der Gorilla-Erhaltung, sondern eines umfassenden Schutzes hochgradig gefährdeter Ökosysteme.

Revenue Sharing und Gemeinschaftsbeteiligung: Wie Tourismus zurückfließt

Ein Schlüsselmechanismus, der den Naturschutz in Bwindi für die umliegenden Gemeinden akzeptabler – und nachhaltiger – macht, ist das Revenue Sharing-Programm der UWA. 20 Prozent der Parkeinnahmen, die größtenteils aus dem Gorilla-Trekking-Permit von 800 USD pro Person stammen, fließen in Community Revenue Sharing Funds. Diese Mittel werden auf die angrenzenden Subdistrikte verteilt – und damit auch auf Gemeinden in Kisoro und Kanungu.

In der Praxis finanzieren diese Gelder lokale Schulbauten, Gesundheitsstationen, Brunnen und manchmal auch Kleinkredite für Unternehmerinnen. Wer mehr über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus auf die Gemeinden rund um Bwindi erfahren möchte, findet auf dieser Website einen ausführlichen Artikel zur Gemeinschaftsbeteiligung durch Bwindi-Tourismus. Was hier festgehalten werden soll: Die Distriktverwaltungen in Kisoro und Kanungu sind formal in den Verteilungsprozess eingebunden – sie sitzen in den Ausschüssen, die über die Verwendung der Mittel entscheiden.

Das klingt gut, hat aber Schwachstellen. Governance-Qualität variiert stark zwischen Distrikten und Subdistriktbüros. In Gesprächen, die wir während unserer Besuche vor Ort geführt haben, berichteten sowohl NGO-Vertreter als auch Gemeindemitglieder davon, dass die tatsächliche Mittelverwendung nicht immer transparent ist – und dass Gemeinden nahe dem Park manchmal das Gefühl haben, dass die Gelder die Dörfer erst mit erheblicher Verzögerung erreichen, wenn überhaupt. [ZITAT: Gemeindevertreter über Revenue Sharing in Kanungu]

Parallel dazu gibt es private und halbprivate Initiativen, die Tourismus-Einnahmen direkter in lokale Hände lenken. In Buhoma etwa – dem bekanntesten Dorf am Nordeingang des Parks im Kanungu District – hat sich eine lokale Tourismuswirtschaft entwickelt, die Guides, Handwerker, Unterkunftsbetreiber und Transportdienstleister einschließt. Die Geschichte dieser Entwicklung ist vielschichtig und in unserem Artikel zur Wirtschaft in Buhoma ausführlich beschrieben. Was Kisoro und Kanungu verbindet, ist der Umstand, dass lokaler Unternehmergeist und staatliche Naturschutzstrukturen in diesen Distrikten zunehmend als komplementär und nicht als gegensätzlich betrachtet werden.

Was Reisende wissen sollten: Distrikte als Kontext, nicht nur Kulisse

Für die meisten Besucher von Bwindi sind Kisoro und Kanungu abstrakte Verwaltungsbegriffe – man fährt durch, schaut auf die Landschaft, fragt vielleicht nach dem Namen des Dorfes. Doch wer tiefer schaut, erkennt: Die Qualität des Gorilla-Trekkings, die Sicherheit im Park, die Zugänglichkeit der Trails und sogar die Freundlichkeit des Empfangs im Eingangsbereich sind indirekt Ergebnis der Verwaltungs- und Naturschutzarbeit, die auf Distriktebene geleistet wird.

Kisoro bietet Reisenden, die über Ruanda einreisen, einen natürlichen Einstiegspunkt. Wer morgens in Kigali startet, kann am frühen Nachmittag bereits in einer Lodge nahe Nkuringo ankommen – mit Blick auf die Bergketten, die Uganda und Ruanda trennen. Kanungu hingegen ist der Distrikt der erfahrenen Bwindi-Reisenden: Wer Buhoma kennt, wer mehr als einmal in der Region war, der weiß auch, dass es eine ganz andere Seite des Parks gibt – ruhiger, grüner, weniger besucht – die sich tief im Kanungu-Territorium erstreckt.

Für Reisende mit echtem Interesse an der Region empfiehlt es sich, bei der Reiseplanung für Bwindi bewusst zu entscheiden, welchen Distrikt man bereisen möchte – nicht nur, welche Gorilla-Familie man sehen möchte. Die Wahl des Sektors bestimmt, welche Gemeinden man besucht, welche Guides man trifft, welche Unterkunftsbetreiber man unterstützt. Das ist eine nachhaltige Entscheidung im besten Sinne des Wortes.

Wer mehr über die Gorilla-Schutzprojekte in Bwindi erfahren möchte, findet auf dieser Website eine Übersicht der wichtigsten laufenden Initiativen. Und wer die Frage stellt, was nachhaltiges Reisen in der Praxis bedeutet, dem sei der Artikel über nachhaltiges Reisen in Bwindi empfohlen – dort werden konkrete Entscheidungen beschrieben, die Reisende treffen können, um ihre Präsenz in der Region positiv zu gestalten.

Häufige Fragen

In welchem Distrikt liegt Buhoma?

Buhoma liegt im Kanungu District im Westen Ugandas. Es ist der bekannteste Eingang zum Bwindi Impenetrable National Park und Ausgangspunkt für Gorilla-Trekking im Nordsektor des Parks.

Warum sind Kisoro und Kanungu für den Bwindi-Naturschutz wichtig?

Beide Distrikte grenzen direkt an den Park und beherbergen Gemeinden, die in enger Wechselwirkung mit dem Waldgebiet leben. Ihre Distriktausschüsse koordinieren gemeinsam mit der Uganda Wildlife Authority Schutzmaßnahmen, Gemeinde-Trainings und die Verteilung von Tourismuseinnahmen.

Wer sind die Batwa und welche Rolle spielen sie im Naturschutz?

Die Batwa sind die indigene Bevölkerung rund um Bwindi. Als ehemalige Waldbewohner verloren sie beim Anlegen des Nationalparks ihren Lebensraum. Heute leben sie in Gemeinden nahe dem Park und sind zunehmend in Naturschutzprogramme und Entscheidungsprozesse eingebunden – oft vertreten durch Batwa-geführte NGOs in Kisoro und Kanungu.

Wie viele Vorfälle illegaler Waldnutzung gibt es in Bwindi jährlich?

Laut dem State of Wildlife Resources in Uganda 2026 wurden zwischen 2020 und 2025 jährlich zwischen 20 und 60 Vorfälle dokumentiert, bei denen Nicht-Holz-Waldprodukte wie Honig, Heilpflanzen oder Rotanggras illegal entnommen wurden. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte höher liegen.

Welcher Distrikt eignet sich besser als Einstieg – Kisoro oder Kanungu?

Das hängt von der Anreise ab. Wer von Kigali (Ruanda) kommt, gelangt zuerst nach Kisoro mit den Zugangspunkten Nkuringo und Rubuguri. Wer aus Kampala oder Kabale anreist, ist im Kanungu District mit Buhoma als Hauptziel besser aufgehoben. Beide Optionen bieten exzellentes Gorilla-Trekking in unterschiedlichen Parkbereichen.