Der Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) ist ein spezieller Beteiligungsplan, der sicherstellen soll, dass die Batwa rund um den Bwindi Impenetrable National Park an Naturschutz- und Entwicklungsprojekten teilhaben und fair von ihnen profitieren.
Zahlen im Überblick
- 1.400 — So viele Batwa leben schätzungsweise in der Nähe des Bwindi Impenetrable National Park (BINP) und sind Zielgruppe des BINP-spezifischen VMGP.
- 4 — Vier Schutzgebiete in Uganda sind Teil des IFPA-CD-Projekts; für jedes davon verlangt die übergeordnete VMGF einen eigenen, gebietsspezifischen VMGP.
- 184 — So viele Personen – Batwa-Gemeinden, NGOs/CSOs und Behörden – wurden in einer Konsultationsrunde zum IFPA-CD-Projekt einbezogen, um den VMGP-Entwurf zu validieren.
- 167 — Davon nahmen 167 Menschen aus Batwa-Gemeinden rund um Bwindi an vier Konsultationstreffen im Juni 2022 teil, unter anderem in Buhoma und Rushaga.
- 4 — Vier Kriterien der Weltbank-Norm ESS7 bestimmen, ob eine Gruppe als vulnerabel und marginalisiert gilt: Selbstidentifikation, kollektive Territorialbindung, eigene kulturelle Institutionen und eigene Sprache.
Was ist der Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP)?
Kurzantwort: Der VMGP ist ein gebietsspezifischer Umsetzungsplan, der aus der landesweiten Vulnerable and Marginalized Groups Framework (VMGF) für Uganda abgeleitet ist und die Beteiligung der Batwa an Projekten rund um Schutzgebiete regeln soll.
Die ugandische Vulnerable and Marginalized Groups Framework (VMGF) legt fest, dass für jedes der vier vom Investing in Forests and Protected Areas for Climate Smart Development Project (IFPA-CD) betroffenen Schutzgebiete ein eigener Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) entwickelt werden muss. Ziel ist, dass die Batwa-Gemeinden rund um diese Schutzgebiete an den Projekten teilhaben und fair von ihnen profitieren.
Für den Bwindi Impenetrable National Park (BINP) existiert ein solcher, gebietsspezifischer VMGP. Er richtet sich an die schätzungsweise rund 1.400 Batwa, die in der Umgebung des Parks leben. Die VMGF und die daraus abgeleiteten VMGPs bauen dabei auf bestehenden Mechanismen der partizipativen Waldbewirtschaftung auf, wie sie im ugandischen Wildlife Act (2019) und im National Forestry and Tree Planting Act (2003) verankert sind.
Warum gelten die Batwa als vulnerable und marginalisierte Gruppe?
Kurzantwort: Die Batwa erfüllen die vier Kriterien der Weltbank-Standard ESS7 für vulnerable und marginalisierte Gruppen: Selbstidentifikation, kollektive Territorialbindung, eigene kulturelle Institutionen und eine eigene Sprache.
Die Einstufung als vulnerable und marginalisierte Gruppe folgt dem Umwelt- und Sozialstandard ESS7 der Weltbank. Er nennt vier Kriterien: Selbstidentifikation als eigenständige Gruppe, eine kollektive Bindung an angestammte Territorien, separate kulturelle und soziale Institutionen sowie eine eigene Sprache.
Die Batwa gelten als eigenständige Gruppe, die sich in diesen Punkten von der übrigen Gesellschaft unterscheidet: mit eigener indigener Sprache und traditionellen kulturellen und sozialen Institutionen. Diese Einstufung ist die fachliche Grundlage dafür, dass für sie ein eigener Beteiligungsplan wie der VMGP entwickelt wird.
Wie wurde der VMGP für Bwindi entwickelt?
Kurzantwort: Der Entwurf des BINP-VMGP wurde in einem mehrstufigen Konsultationsprozess mit Batwa-Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Behörden erarbeitet und anschließend validiert.
Der VMGP-Prozess für BINP folgt Kapitel Sechs der VMGF sowie dem Beteiligungsplan (Stakeholder Engagement Plan) des IFPA-CD-Projekts. In einer ersten Phase fanden vier Konsultationstreffen mit Batwa-Gemeinden rund um Bwindi statt, unter anderem in Rubuguri, Rushaga, Sanuriro und am Buhoma Visitor Centre. Daran nahmen 167 Menschen aus den angrenzenden Batwa-Gemeinden teil.
In einer weiteren Konsultationsrunde wurden insgesamt 184 Personen einbezogen – park-angrenzende Batwa-Gemeinden, NGOs und zivilgesellschaftliche Organisationen sowie zuständige Behörden. Ziel dieser Runde war es, den auf Basis der ersten Phase erarbeiteten VMGP-Entwurf zu validieren und die Anliegen und Präferenzen der Beteiligten zur Projektgestaltung und -umsetzung einzuholen. Diese Angaben stammen aus der Dokumentation des IFPA-CD-Projekts zu den Batwa rund um Bwindi.
Welche konkreten Maßnahmen – etwa zu Landzugang, Ressourcennutzung oder Ausgleichsleistungen – der validierte VMGP am Ende enthält und wie weit die Umsetzung inzwischen fortgeschritten ist, lässt sich auf Basis der vorliegenden Dokumentation derzeit nicht belegen.
Welche Rolle spielt der VMGP für die Beteiligung der Batwa an Parkprogrammen?
Kurzantwort: Der VMGP steht im Zusammenhang mit dem Managementplan des Bwindi Impenetrable National Park, der die Einbindung marginalisierter Gemeinden – insbesondere der Batwa – in ausgewählte Parkprogramme vorsieht.
Der Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park sieht vor, marginalisierte Gemeinden und insbesondere die Batwa in ausgewählte Parkprogramme einzubinden. Der Park hat für die Batwa als indigene Bevölkerungsgruppe und für benachbarte Gemeinden, die ihren Lebensunterhalt vom Wald beziehen, eine besondere kulturelle Bedeutung.
Der VMGP ist damit ein Baustein, der diese Einbindung in einem größeren, projektübergreifenden Rahmen absichern soll. Wie genau sich Beteiligung, Zugang zu Ressourcen oder wirtschaftliche Teilhabe im Alltag der Batwa-Gemeinden konkret verändern, ist auf Basis der vorliegenden Quellen bislang nicht im Detail dokumentiert und sollte bei künftigen Aktualisierungen ergänzt werden, sobald belastbare Angaben vorliegen.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Abkürzung VMGP?
VMGP steht für Vulnerable and Marginalized Groups Plan – einen Plan für vulnerable und marginalisierte Gruppen. Für Bwindi wurde er speziell für die Batwa entwickelt, die in der Nähe des Parks leben.
Was ist der Unterschied zwischen VMGF und VMGP?
Die Vulnerable and Marginalized Groups Framework (VMGF) ist der landesweite Rahmen für das IFPA-CD-Projekt in Uganda. Der VMGP ist die daraus abgeleitete, gebietsspezifische Umsetzung – für Bwindi speziell auf die dortigen Batwa-Gemeinden zugeschnitten.
Warum wurden die Batwa als vulnerable und marginalisierte Gruppe eingestuft?
Weil sie nach dem Weltbank-Standard ESS7 vier Kriterien erfüllen: Selbstidentifikation als eigenständige Gruppe, kollektive Bindung an ihr angestammtes Territorium, eigene kulturelle und soziale Institutionen sowie eine eigene Sprache.
Wie viele Batwa sind vom VMGP für Bwindi betroffen?
Der BINP-spezifische VMGP richtet sich an eine Population von schätzungsweise rund 1.400 Batwa, die in der Nähe des Parks leben.
Wer wurde bei der Entwicklung des VMGP konsultiert?
Im Rahmen des IFPA-CD-Projekts wurden park-angrenzende Batwa-Gemeinden, NGOs, zivilgesellschaftliche Organisationen und relevante Behörden einbezogen. In einer Konsultationsrunde waren es insgesamt 184 Personen, in einer vorausgehenden Runde 167 Menschen aus Batwa-Gemeinden.
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