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VMGP Batwa Bwindi: Der Plan für vulnerable Gruppen erklärt

VMGP Batwa Bwindi: Der Plan für vulnerable Gruppen erklärt

VMGP für die Batwa bei Bwindi: Weltbank-Kriterien, Vertreibung 1991, aktuelle Zahlen und offene Fragen zur Umsetzung – sachlich erklärt.

Der Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) ist ein offizielles Planwerk, das die Situation der Batwa-Gemeinschaften rund um den Bwindi Impenetrable National Park nach Weltbank-Standards adressiert.

Zahlen im Überblick

  • 1.400 — So viele Batwa leben schätzungsweise in Siedlungen rund um den Bwindi Impenetrable National Park.
  • 277 — Anzahl der Batwa-Haushalte in den Distrikten Kisoro und Kanungu, angrenzend an den Nationalpark.
  • 1991 — Jahr der Gründung des Schutzgebiets Bwindi Impenetrable National Park und der Vertreibung der Batwa aus ihrem angestammten Waldgebiet.
  • 4 — Anzahl der Weltbank-ESS7-Kriterien, die die Batwa als vulnerable und marginalisierte Gruppe erfüllen: Selbstidentifikation, kollektive territoriale Bindung, separate kulturelle Institutionen, eigene Sprache.
  • 2 — Distrikte, in denen Batwa-Siedlungen liegen: Kisoro und Kanungu.

Was ist der Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP)?

Kurzantwort: Der VMGP ist ein offizielles Planwerk der Republik Uganda, das speziell auf die Situation der Batwa als vulnerable und marginalisierte Gruppe nach dem Weltbank-Sicherheitsstandard ESS7 zugeschnitten ist.

Der Vulnerable and Marginalized Groups Plan (VMGP) ist ein eigenständiges Planungsdokument, das im Kontext von Weltbank-finanzierten Vorhaben rund um den Bwindi Impenetrable National Park erstellt wird. Grundlage ist der Weltbank-Umwelt- und Sozialstandard ESS7, der Vorgaben macht, wie mit indigenen Völkern sowie vulnerablen und marginalisierten Gemeinschaften umzugehen ist, wenn Projekte ihre Lebensgrundlagen berühren.

Nach ESS7 gilt eine Gruppe als vulnerabel und marginalisiert, wenn sie vier Kriterien gemeinsam erfüllt:

  • Selbstidentifikation als eigenständige kulturelle Gruppe, die von anderen Teilen der Gesellschaft anerkannt wird
  • Kollektive Bindung an angestammte Territorien oder Ressourcen im jeweiligen Projektgebiet
  • Eigene kulturelle, wirtschaftliche oder soziale Institutionen, die sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden
  • Eine eigene Sprache, die sich häufig von der Landessprache unterscheidet

Die Batwa erfüllen laut Primärdokumentation alle vier Kriterien: Sie identifizieren sich selbst als eigenständige Gruppe, hatten eine über Generationen gewachsene Bindung an den Bwindi-Wald, pflegen eigene kulturelle und soziale Institutionen und sprechen eine eigene indigene Sprache. Der VMGP ist die planerische Antwort auf diesen besonderen Schutzstatus.

Die Batwa: Zahlen, Fakten, Lebenssituation

Kurzantwort: Rund 1.400 Batwa leben in etwa 277 Haushalten in Siedlungen angrenzend an Bwindi – Folge einer Vertreibung 1991, die ohne Umsiedlungsplan oder Landkompensation erfolgte.

Nach aktuellen Angaben leben heute rund 1.400 Batwa in etwa 277 Haushalten in Siedlungen, die an den Bwindi Impenetrable National Park angrenzen. Diese Siedlungen verteilen sich auf die Distrikte Kisoro und Kanungu im Südwesten Ugandas.

Die Batwa lebten ursprünglich als Wald-Jäger-und-Sammler-Gemeinschaft im Gebiet des heutigen Nationalparks. Mit der Ausweisung des Bwindi-Waldes als Schutzgebiet im Jahr 1991 wurden sie aus diesem Territorium vertrieben. Diese Vertreibung erfolgte ohne einen Umsiedlungsplan und ohne Landkompensation durch die Regierung. Die Batwa verloren damit den direkten Zugang zu dem Land, das über Generationen die Grundlage ihrer Lebensweise, ihrer kulturellen Praktiken und ihrer wirtschaftlichen Existenz gebildet hatte.

Diese historische Vertreibung ist der zentrale Hintergrund, vor dem der VMGP als Planwerk zu verstehen ist: Er adressiert eine Gemeinschaft, die seit über drei Jahrzehnten ohne gesicherten Landzugang in unmittelbarer Nähe eines Schutzgebiets lebt, dessen Ressourcen ihr nicht mehr zur Verfügung stehen.

Verbindung zum Bwindi-Managementplan und Kulturtourismus

Kurzantwort: Der Bwindi General Management Plan sieht die Einbindung der Batwa in ausgewählte Parkprogramme vor, und Batwa-Kulturtourismus gilt als eine Strategie, um die Abhängigkeit vom Gorilla-Tourismus zu verringern.

Der allgemeine Managementplan für den Bwindi Impenetrable National Park (Bwindi General Management Plan, Planperiode 2014–2023) ist von dem spezifischen VMGP zu unterscheiden: Während der VMGP gezielt den rechtlichen und planerischen Rahmen für die Batwa als vulnerable Gruppe nach Weltbank-Kriterien definiert, regelt der allgemeine Managementplan die Bewirtschaftung des Parks insgesamt. Beide Dokumente berühren sich jedoch: Der Managementplan sieht die Beteiligung marginalisierter Gemeinden, insbesondere der Batwa, an ausgewählten Parkprogrammen vor.

Der Bwindi Impenetrable National Park hat für die indigenen Batwa und benachbarte Gemeinden, die ihren Lebensunterhalt teilweise vom Wald beziehen, weiterhin kulturelle Bedeutung. Im Managementplan wird zudem die Überabhängigkeit vom Gorilla-Tourismus als wirtschaftliches Risiko benannt. Als eine Strategie zur Diversifizierung ist unter anderem Batwa-Kulturtourismus vorgesehen – etwa vergleichbar mit Ansätzen, wie sie auch im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung in Buhoma diskutiert werden. Wie genau Einnahmen aus solchem Tourismus bei den Gemeinden ankommen, ordnet der Beitrag zu Community Benefit Sharing in Bwindi ein; dort geht es um die allgemeine Einnahmeverteilung mit Anrainergemeinden, nicht um den spezifischen VMGP-Rahmen für die Batwa.

Zu den konkreten Maßnahmen, die der VMGP im Detail für Bildung, Gesundheit oder Landzugang der Batwa vorsieht, liegen der Redaktion keine belastbaren Angaben vor. Ebenso sind Zeitplan, Budget und der aktuelle Umsetzungsstand des VMGP für das Jahr 2025 nicht öffentlich dokumentiert. Diese Punkte lassen sich auf Basis der vorliegenden Quellen derzeit nicht beantworten.

Häufige Fragen

Was bedeutet VMGP im Zusammenhang mit den Batwa bei Bwindi?

VMGP steht für Vulnerable and Marginalized Groups Plan – ein offizielles ugandisches Planwerk, das speziell für die Batwa als vulnerable und marginalisierte Gruppe nach dem Weltbank-Standard ESS7 erstellt wird. Er unterscheidet sich vom allgemeinen Bwindi-Managementplan.

Wie viele Batwa leben heute rund um den Bwindi Impenetrable National Park?

Nach vorliegenden Angaben leben rund 1.400 Batwa in etwa 277 Haushalten in Siedlungen in den Distrikten Kisoro und Kanungu, angrenzend an den Nationalpark.

Warum wurden die Batwa aus dem Bwindi-Wald vertrieben?

Mit der Ausweisung des Bwindi-Waldes als Schutzgebiet im Jahr 1991 wurden die Batwa aus ihrem angestammten Waldgebiet vertrieben. Es gab dabei weder einen Umsiedlungsplan noch eine Landkompensation durch die Regierung.

Welche konkreten Maßnahmen sieht der VMGP für die Batwa vor?

Zu den konkreten Maßnahmen des VMGP in Bereichen wie Bildung, Gesundheit oder Landzugang liegen derzeit keine öffentlich dokumentierten Details vor. Auch Zeitplan, Budget und der aktuelle Umsetzungsstand für 2025 sind auf Basis der verfügbaren Quellen nicht belastbar zu beantworten. Diese Fragen bleiben offen und sollten bei Bedarf durch weitere Recherche zu offiziellen Regierungsdokumenten geklärt werden.

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