Was ist Matooke genau?
Matooke gehört zu den Kochbananen — Bananensorten, die roh nicht genießbar sind und erst durch Kochen, Dämpfen oder Rösten essbar werden. Im Gegensatz zu Dessertbananen enthält Matooke kaum Zucker und viel Stärke. Die Früchte werden grün geerntet, geschält und dann in Bananenblätter eingewickelt gedämpft. Das Ergebnis ist eine weiche, gelbliche Masse, die je nach Region glatt gestampft oder grober gelassen wird.
Das Bananenblatt ist mehr als nur Verpackung: Es gibt dem Gericht ein subtiles, leicht erdiges Aroma und hält es über Stunden warm. In Buhoma haben wir Matooke immer noch in Bananenblättern eingewickelt serviert bekommen, auch in Lodges — ein Zeichen, dass die traditionelle Zubereitungsart sich gegen modernere Alternativen behauptet.

Geschichte und kulturelle Bedeutung
Die Kochbanane kam wahrscheinlich vor rund 5.000 Jahren nach Afrika — vermutlich über die Seehandelsrouten aus Südostasien. In der Great Lakes Region — dem Gebiet rund um Uganda, Ruanda, Burundi und den östlichen Kongo — entwickelte sich eine intensive Kochbananenkultur. Ugandische Ethnien wie die Baganda, die den heutigen Zentralteil des Landes bewohnen, haben die Kochbanane zur Grundlage ihrer Esskultur gemacht.
Im Buganda-Königreich war Matooke nicht nur Nahrung, sondern Symbol für Wohlstand und Gastfreundschaft. Wer seinen Gästen kein Matooke anbieten konnte, hatte nichts anzubieten. Diese kulturelle Codierung ist bis heute wirksam. In Buhoma haben wir bei jedem Besuch Matooke bekommen — ob in der Lodge, beim Gemeinschaftsessen oder beim informellen Treffen mit Dorfbewohnern.
Interessant ist, wie regional die Kochküche geblieben ist. Im Norden Ugandas, wo Acoli und Langi leben, ist Matooke weniger dominant — dort gibt es eher Hirse, Sorghum und Sim-Sim-Gerichte. Im Westen und Südwesten, im Gebiet um Bwindi, ist Matooke allgegenwärtig.
Matooke in Buhoma: Was Reisende erwarten können
Wer in Buhoma übernachtet, wird Matooke essen — das ist so sicher wie der morgendliche Nebel über dem Bwindi-Regenwald. Lodges wie die Gorilla Bluff Lodge servieren es zum Abendessen, oft zusammen mit einem Groundnut-Stew, gebratenem Tilapia oder Gemüsebeilagen. In einfacheren Guesthouses und beim Community-Lunch kostet eine Portion mit Beilagen umgerechnet weniger als einen Euro.
Für vegetarisch reisende Gäste ist Matooke ideal: Das Grundgericht ist komplett pflanzlich und sättigend. Die Erdnusssauce — hergestellt aus frisch gemahlenen Erdnüssen, Tomaten, Zwiebeln und manchmal Knoblauch — liefert Protein und ist ebenfalls fleischlos. Wer in Buhoma vegetarisch essen möchte, muss sich keine Sorgen machen.

Matooke zu Hause zubereiten
Kochbananen sind in deutschen Supermärkten mit afrikanischer oder karibischer Ware erhältlich. Reife Kochbananen haben eine gelb-grüne bis gelbliche Schale — unreife grüne Früchte brauchen länger beim Garen.
Grundrezept: Kochbananen schälen (die Schale lässt sich schwerer ablösen als bei Dessertbananen — ein Messer hilft), in Stücke schneiden, in einem Topf mit Bananenblättern oder Alufolie auskleiden und bei mittlerer Hitze ca. 45 Minuten dämpfen. Anschließend stampfen und nach Geschmack mit etwas Salz würzen. Dazu Groundnut-Stew servieren: Erdnussmus mit Tomaten, Zwiebeln und Wasser auf sanfter Hitze einkochen.